High End-Smartphones brauchen keine microSD-Slots: Zu dieser Aussage ließ sich Hugo Barra, seines Zeichens Vizepräsident von Xiaomi Global, im Rahmen der Produktvorstellung des Mi 4i in Hongkong hinreißen. Das hat seine Gründe: Speicherkarten würden den Akku zusätzlich belasten, außerdem seien sie anfällig für Ausfälle und Störungen.

Die Aussage bezieht sich allerdings nur auf Geräte der Oberklasse, denn tatsächlich setzt Xiaomi bei Einsteiger-Geräten wie dem Xiaomi Redmi 2 ebenfalls auf eine Speichererweiterung via microSD. Im Interview mit Endgadget erläuterte Barra seine Ansichten detaillierter: Nicht nur, dass die Akkulaufzeit durch die Verwendung von microSD-Karten im Mitleidenschaft gezogen werden würde, auch hinsichtlich ästhetischer Gründe und für das Handling des Smartphones sei ein Verzicht zugunsten einer schlankeren Bauweise die bessere Wahl.

Außerdem, so Barra, gebe es einen weiteren, viel wichtigeren Grund, warum das Weglassen eines Speicherslots Sinn mache: microSD-Karten seien schlichtweg „unglaublich anfällig für Ausfälle und Fehlfunktionen aller Art“, vor allem auch, weil viele nachgemachte Karten auf dem Markt erhältlich seien. (Übersetzung von uns)

Du denkst, du kaufst dir eine Karte von Kingston oder Sandisk, aber in Wirklichkeit ist es eine Kopie. Diese sind von schlechter Qualität und gehen unerwartet kaputt. Außerdem gibt es weitere Probleme wie Abstürze von Apps, Datenverlust und andere Dinge, die nur zu Frustration führen. – Hugo Barra

Aufgrund dessen sei Xiaomi bei „hochperformanten Geräten“ grundsätzlich gegen den Einsatz eines microSD-Slots. Man müsse als Hersteller letztlich die Risiken abwägen, die der Einsatz bestimmter Features mit sich bringt. Im Klartext: Wird kein Speicherkartenslot verbaut, vergrault man zwar den einen oder anderen Nutzer, dafür bietet man den restlichen Käufern aber ein perfekt funktionierendes Gerät – und erspart sich damit Beschwerden über Probleme, für die der Smartphone-Hersteller oftmals gar nichts kann, so die Theorie.

Barra erkennt dementsprechend auch einen Trend: microSD-Slots werden angeblich langsam aber sicher verschwinden, nicht nur bei Xiaomi sondern auch bei anderen Herstellern. Ganz unrecht dürfte er damit nicht haben: Schon Samsung bewies mit der Ausstattung der neuen Galaxy S6-Serie Mut, immerhin verzichtete der südkoreanische Hersteller erstmals bei den Flaggschiff-Modellen auf die Speichererweiterung, obwohl diese als Charakteristikum der Galaxy S-Reihe galt. Dafür spendierte man den Geräten die bedeutend schnellere UFS 2.0-Speichertechnologie, mit der das Smartphone Geschwindigkeiten annähernd von SSD-Festplatten erreichen kann.

Die Aussagen des Xiaomi-Vizechefs kommen nicht gänzlich überraschend: Schon als Barra noch bei Google angestellt war, setzte er sich gegen die Verwendung von SD-Slots ein – mit ein Grund, warum auch die Nexus-Geräte nicht mit einem microSD-Slot ausgestattet werden.

Quelle: Engadget

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Oliver Janko
Oliver Janko, GIGA-Experte.

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