Saugroboter „Mi Robot Vaccum“: Xiaomi putzt jetzt deine Wohnung

Christof Wallner 3

Xiaomi, Chinas Vorzeigekonzern für Smartphones und Gadgets, macht jetzt auch in Raumpflege: Mit dem Mi Robot Vaccum hat das Unternehmen um Ex-Googler Hugo Barra nun auch einen Staubsaug-Roboter vorgestellt. Der soll in Sachen Sensorik und Leistung nicht nur mit den gängigen Konkurrenten mithalten, sondern auch vergleichsweise preiswert sein.

Saugroboter „Mi Robot Vaccum“: Xiaomi putzt jetzt deine Wohnung

Man hat sich das Eigenheim also nach allen Regeln der Dekorationskunst an die eigenen ästhetischen Präferenzen angepasst, hält penibel Ordnung und berührt den Boden nur in regelmäßig durchgemangelten Noppensocken. Es könnte alles so schön sein, doch hier kommt die Krux: Wenn soziale Awkwardness nicht das Selbstbild ist, das man nach außen transportieren will, bleibt nicht aus, dass gelegentlich Besuch empfangen werden muss.

Der Tausch ist kein fairer, denn während man selbst für den geselligen Abend neben der eigenen Behausung auch noch Sekt, Pralinen, Selbstgekochtes und einen schönen Film auf Blu-ray zur Verfügung stellt, trägt der Besuch das ins Haus hinein, was man gemeinhin als Schmutz bezeichnet. Verlässt der Besuch das Haus, ist der Kühlschrank leer, Ordnung nicht mehr vorhanden und der Boden belegt von einer Patina aus Krümeln, Essensresten, Zigarettenasche, Haaren und ähnlichen Ekeligkeiten. „Bäh,“ ruft man in die Ruhe der eigenen vier Wände, „nie wieder will ich Gäste empfangen!“ – und holt den Staubsauger aus dem Kabuff, das unhandliche Ungetüm.

Diesen Frustmoment ersparen kann sich, wer glücklicher Besitzer eines Saug-Roboters ist. Den kleinen Putzderwisch, der den Alltag normalerweise in einer kleinen Ecke der Wohnung aufladenderweise fristet, muss man lediglich starten, wenn man das Haus verlässt und der unansehnliche Boden wird innert weniger Stunden blitzeblank. Das besagte zumindest die Theorie, in der Praxis gab es bei Produkten dieser Kategorie aber jahrelang Probleme. Mit der neuesten Generation sind die heißen Feger (mitunter gar Wischer) von LG, Dyson, Dirt Devil, LG und anderen Firmen jedoch deutlich intelligenter und reinlicher geworden, sodass man mit Fug und Recht behaupten kann, dass Saug-Roboter mittlerweile alltagstauglich sind. Einzig der Preis steht einem Ankommen der Geräte im Mainstream noch entgegen, mehrere hundert Euro kosten praktisch alle brauchbaren Produkte dieser Klasse.

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Premiumsaugroboter zum Sparpreis

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Das chinesische Startup Xiaomi, zuvorderst als Fabrikant für Smartphones und TV-Geräte bekannt, wildert seit Neuestem auch im Bereich der Heimautomatisierung. In diesem Zusammenhang hat der Konzern nun auch seinen ersten Saug-Roboter Mi Robot Vacuum für den chinesischen Markt vorgestellt. Wie praktisch alle Xiaomi-Produkte zeichnet sich der Schmutzfresser durch ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Obwohl in dem Gerät aus Xiaomis neu gegründeter „Rockrobo“-Produktsparte beste Komponenten verbaut sind, etwa derselbe bürstenlose Motor wie im Top-Gerät iRobot Roomba 980, kostet der Mi Robot Vaccum nur einen Bruchteil. 1.699 Yuan, umgerechnet 228 Euro, werden dafür in China fällig, während das iRobot-Modell umgerechnet weit über 900 Euro kostet. Trotzdem soll die Saugleistung des Xiaomi-Modells dem des Roomba mit 1.800 Pa gegenüber 1.670 Pa sogar noch überlegen sein.

Auch in den anderen technischen Spezifikationen ist das Gerät bestens ausgerüstet: Zwei zylindrische Bürsten übernehmen die Putzaufgaben, um die Putzleistung zu optimieren, passt sich das Gerät von selbst in der Höhe an das Territorium an. Die Bewegung findet über zwei mit Gummi beschichtete Räder nebst eines zusätzlichen Lenkrades statt, die Wegfindung und Identifizierung von Hindernissen über eine ganze Phalanx an Sensoren (Ultraschall/Radar, Gyroskop, Kompass, Beschleunigungssensor, Stoß- und Kollissionssensoren, Klippen- und Fallsensoren, Laser-Entfernungssensor).

So muss man also weder Angst davor haben, dass das Gerät stundenlang gegen eine Wand hämmert, noch dass es eine Treppe herunterfällt. Das Gerät ist intelligent genug, eine „Karte“ des heimischen Terrains zu erstellen, den Saugweg auf dessen Basis zu optimieren und mit einer Ladung des 5.200-mAh-Akkus innerhalb von 2,5 Stunden bis zu 250 m² Fläche zu säubern. Zum Schluss fährt der Putzsklave von selbst in sein Ladedock zurück.

Wer außer Haus ist, um selbst Straßenstaub in anderer Leute Häuser zu tragen, kann per Smartphone-App überprüfen, ob das Gerät daheim nicht heimlich die Haustiere frisst oder die Wohnung leerräumt. Neben Kontrolle der aktuellen Position ist auch möglich, den Putzmodus in drei Aggressivitäts- und Lautstärkestufen zu ändern sowie Zeitpläne für die automatische Reinigung festzulegen.

Ob der Xiaomi Mi Robot Vaccum jemals den Weg in unsere Gefilde finden wird, bleibt abzuwarten – eventuell wird er aber ins Portfolio von Importhändlern aufgenommen. In China wird das Gerät ab kommender Woche, genauer: dem 6. September, für umgerechnet 228 Euro verfügbar sein.

Quelle: Xiaomi, via engadget

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