Kleine Preise, große Ausstattung: Mit dieser Strategie hat Xiaomi den asiatischen Mobilfunkmarkt aufgerollt und selbst etablierte Hersteller wie Samsung in Bedrängnis gebracht. Hoffnungen, dass das chinesische Smartphone-Startup bald auch nach Europa expandiert, erteilt Hugo Barra nun aber eine klare Absage: Im Interview mit der BBC erklärt Xiaomis Vice President of International, dass Geräte des Herstellers erst in einigen Jahren offiziell nach Europa kommen werden. 

Erst vor wenigen Tagen hat Xiaomi mit dem Mi Note und Mi Note Pro zwei schicke Phablets vorgestellt, die dank ihrer exzellenten technischen Ausstattung und ihres vergleichsweise geringen Preises ab 370 US-Dollar, wohl auch hierzulande viele Käufer gefunden hätten. Doch nach Aussagen Hugo Barras, verantwortlich für die internationale Expansion des Unternehmens, müssen wir in der Alten Welt wohl noch einige Jahre auf den offiziellen Markteintritt Xiaomis warten.

Markteintritt von Xiaomi in Europa dauert noch

In einem kurzen Interview mit der BBC stand der ehemalige Google-Mitarbeiter Rede und Antwort und erläuterte den Fahrplan, den sich Xiaomi für die nächsten Jahre auferlegt hat. So wolle man sich beim chinesischen Hersteller erst einmal auf die Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern konzentrieren, da die Strategie Xiaomis, günstige und gleichzeitig gut ausgestattete Smartphones anzubieten, hier die meiste Durchschlagskraft hätte. Eine Expansion nach Europa und in die USA sei zwar definitiv geplant, doch wird es laut Barra noch einige Jahre dauern, bis man auch in westlichen Märkten Smartphones und Tablets aus dem Hause Xiaomi wird kaufen können. Ein weiterer Grund sei zudem, dass sich das erst 2010 gegründete Unternehmen noch nicht konkurrenzfähig genug fühle, mit den Großen der Branche in den hart umkämpften westlichen Märkten mitzuhalten.

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Xiaomi: Öfter kopiert als jedes andere chinesische Unternehmen

Im weiteren Verlauf des Interviews wurde Barra außerdem danach befragt, was er von den ständigen Vergleichen zwischen Xiaomi und Apple halte und der unterschwelligen Kritik, Xiaomi würde sich mehr als nur eine „Inspiration“ beim iPhone-Hersteller holen: „Wir sind selbst sehr innovativ und wurden wahrscheinlich öfter kopiert als jedes andere chinesische Unternehmen“, so das überraschende Statement des 38-jährigen. Das, so Barra, bezöge sich nicht nur auf das Design von Xiaomis Produkten, sondern auch und vor allem auf das Geschäftsmodell des Startups. Barra zufolge sei Xiaomi ein interessantes Zwitterwesen und vereine mit E-Commerce sowie der Kombination aus Hard- und Software Merkmale von Amazon, Google und Apple.

Quelle: BBC , via: n-droid