Der „kleine Reis“ wächst: Das chinesische Unternehmen Xiaomi hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Der erst vor vier Jahren gegründete Hersteller konnte im jüngsten Quartal in puncto Verkaufszahlen in China sogar Samsung ausstechen und darf sich nun als größter Smartphone-Verkäufer des Heimatmarktes rühmen. Die Absatzzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 240 Prozent – und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

 

Xiaomi

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Allmählich müssen sich die alteingesessenen Unternehmen der Smartphone-Branche Gedanken machen, denn die Konkurrenz aus dem Reich der Mitte wächst und übernimmt zunehmend signifikante Marktanteile. Allen voran Xiaomi, ein Hersteller mit einer erst vier Jahre alten Geschichte, schickt sich an die Märkte aufzumischen. Auf dem Heimatmarkt konnte das Unternehmen im vergangenen Quartal 15 Millionen Einheiten absetzen; vor einem Jahr waren es noch 4,4 Millionen. Da kann selbst Samsung nicht mithalten, dessen Verkäufe in China von 15,5 Millionen aus dem Vorjahr auf 13,2 Millionen gesunken sind. Damit hält Xiaomi, was auf Chinesisch „kleiner Reis“ bedeutet, jetzt 14 Prozent des chinesischen Smartphone-Marktes – Samsung muss sich derweil mit 12 Prozent begnügen, Lenovo liegt auf dem dritten Platz.

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Das Mi4: Ein High-End-Smartphone mit Metallrahmen für knapp 240 Euro.

Das Erfolgsrezept ist dabei denkbar simpel: High-End-Hardware für den kleinen Geldbeutel. Mit dem Mi4 führt Xiaomi ein waschechtes Oberklasse-Smartphone im Portfolio, welches es sich jedoch lediglich schmale 320 US-Dollar in der kleinsten Speicher-Variante kosten lässt. Gegen einen Snapdragon 801-SoC, 3 GB Arbeitsspeicher und einem 5 Zoll in der Diagonale messenden Full HD-Bildschirm für umgerechnet knapp 240 Euro ist wenig einzuwenden. Doch auch die preiswerten Modelle der Redmi-Reihe avancierten in China zu wahren Kassenschlagern – umgerechnet 100 Euro für durchaus solide Hardware sind ein valides Verkaufsargument. Dabei spielt dem Unternehmen selbstredend auch die Beliebtheit des hauseigenen Custom-ROM in die Karten, welches sowohl auf allen Xiaomi-Geräten vorinstalliert ist als auch auf andere Smartphones geladen werden kann. Während das ROM kostenlos ist, können für Themes von Drittanbietern aus dem eigenen Store Kosten anfallen, an denen Xiaomi pauschal mitverdient. Ein weiterer Baustein des Erfolgs: Die Geräte können nur Online erworben werden, stationäre Shops gibt es nicht.

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Das Redmi Note: Ein Phablet mit Octa-Core-Prozessor für 100 Euro.

Während Unternehmen wie Samsung und HTC mit Gewinnrückgängen und Umsatzeinbrüchen zu kämpfen haben, können Hersteller aus dem Reich der Mitte zunehmend glänzen. So hat hält Huawei den dritten Platz im Ranking, Xiaomi hat jüngst LG von Platz 5 der Top-Fabrikanten verdrängen können – obwohl 97 Prozent der Verkäufe im Heimatland stattfanden. Dennoch dürfte der Hersteller schon bald weiter wachsen und in westliche Märkte expandieren, für das Jahr 2014 peilt man 60 Millionen abgesetzte Einheiten an.

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Xiaomi, Huawei und nicht zuletzt Lenovo zusammen mit Motorola drängen in den europäischen Markt. Würdet ihr ein Smartphone dieser China-Hersteller kaufen oder bevorzugt ihr weiterhin etablierte Unternehmen? Meinungen in die Kommentare.

Quellen: Cnet, Canalys [via Android Central],

Rafael Thiel
Rafael Thiel, GIGA-Experte.

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