Xiaomi RedMi Note: Phablet sendet persönliche Daten an Server in China [Update]

Frank Ritter 10

Spioniert Xiaomi seine Nutzer aus? Ein Feature des preiswerten Phablets Xiaomi RedMi Note legt diesen Gedanken zumindest nahe. Das Gerät sendet ohne Wissen des Nutzers Fotos, Kurznachrichten und private Informationen an einen Server in China.

Update: Mittlerweile hat Hugo Barra von Xiaomi zu den Vorwürfen Stellung bezogen und die dahinter stehende „Mi Cloud“-Funktionalität erläutert.

Das Xiaomi RedMi Note ist ein Einsteiger-Phablet zu einem sehr guten Preis. Auch wenn es im deutschsprachigen Raum nicht offiziell veröffentlicht wurde, ist es hierzulande als Importware erhältlich und wird von seinen Nutzern für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geschätzt – zum Preis ab umgerechnet 100 Euro erhält man ein Octa Core-Gerät mit einem 5,5 Zoll HD-Display.

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So gut das Gerät in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis sein mag, so fragwürdig ist eine Entdeckung hinsichtlich des Datenschutzes im Zusammenhang mit dem Gerät. In einem Hongkonger Forum wurden bereits Mitte des Monats Vorwürfe laut, dass Xiaomi Kurznachrichten, Bilder und persönliche Informationen an einen Server in China sendet, wenn eine WLAN-Verbindung vorliegt – vorgeblich zum Zweck des Backups. Merkwürdig ist allerdings, dass die Funktion selbst dann aktiv bleibt, wenn man eine andere Firmware auf das Gerät flasht. Sie scheint also so systemnah programmiert zu sein, dass dem Nutzer weder dessen Existenz transparent gemacht wird, noch dass er Einfluss auf die Funktion hätte.

Die Daten werden auf einen Server mit der IP-Adresse 42.62.48.157 hochgeladen, der Server gehört einem Unternehmen mit dem Namen Forest Eternal Communication Tech und liegt laut Geo-IP-Lookup in der chinesischen Hauptstadt Beijing. Auch Xiaomis chinesische Website Xiaomi.cn (42.62.48.62) sowie die Site zu dessen Android-Variante MIUI.com (42.62.48.148) liegt in dessen IP-Bereich.

Xiaomi gab in einem Statement zu Protokoll, dass zwar Daten vom Nutzer hochgeladen werden, dessen Privatsphäre aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet sei. Es handle sich lediglich um „Berechnungen“ der persönlichen Präferenzen, um dem Nutzer bessere Empfehlungen zu liefern, etwa für Apps. Diese Aussage passt allerdings nicht zusammen mit der Art und Menge der hochgeladenen Daten.

Dass die Daten an einen Server in Beijing hochgeladen werden ist als solches noch nicht unbedingt verdächtig, schließlich ist China Xiaomis wichtigster Absatzmarkt. Bei Verwendung der Google-Dienste sendet man mit hiesigen Geräten schließlich auch persönliche Daten in die USA. Wir finden vor allem die fehlende Transparenz dubios und hoffen, dass Xiaomi etwas glaubhafter aufklärt, zu welchem Zweck diese Daten hochgeladen und wie sie verwendet werden – wir warnen allerdings auch vor voreiligen Schlüssen.

Quelle: Kenny Li @ IMA-Mobile Forum [via OCWorkBench, China Post Taiwan, danke an den anonymen Hinweisgeber]

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