Gigantischer Datenklau: 500 Millionen Yahoo-Konten wurden gehackt

Stefan Bubeck 5

Die Yahoo-User werden aufgefordert, ihre Passwörter umgehend zu ändern. Es geht um gestohlene Benutzernamen, Emailadressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Passwörter und Sicherheitsfragen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sind im betroffenen System keine Kreditkarten- oder Kontoinformationen gespeichert gewesen. Das Unternehmen vermutet bei dem gewaltigen Datendiebstahl einen „staatlichen Hintergrund.“

Bob Lord, Verantwortlicher für Informationssicherheit bei Yahoo, hat gestern einen ausführlichen Blogpost veröffentlicht, dessen Inhalt einer Katastrophe gleichkommt. Dem Internetunternehmen aus Sunnyvale wurden scheinbar bereits 2014 umfangreich Kundendaten entwendet – erst jetzt wurde das ganze Ausmaß des Hacks bekannt. Betroffen sind mindestens 500 Millionen Yahoo-Konten. Bei einer Gesamtzahl von rund 1 Milliarde Benutzer wäre das die Hälfte aller existierenden Accounts – es könnte der größte Datendiebstahl der Geschichte sein.

Sofort das Passwort ändern

Eigentlich ist es bereits zu spät, aber immer noch besser spät als nie: Die Yahoo Nutzer sollen ihre Accounts prüfen und umgehend das Passwort ändern. Wer dazu neigt, die selben Passwörter auch für andere Accounts – etwa für Google oder Facebook – zu verwenden, der sollte natürlich auch dort eine Änderung durchführen. Yahoo verspricht, seine Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern, um ungewöhnliche Aktivitäten zu entdecken und weitere Hack-Versuche zu verhindern.

Bei einem Datendiebstahl dieser Größenordnung wird vor allem ein Verdacht laut: Die Hacker hatten staatliche Unterstützung oder arbeiten sogar für einen Staat. Yahoo äußert genau das, geht aber nicht weiter ins Detail. Ob das Ganze tatsächlich einen politischen Hintergrund hat und wer dahinter die Fäden zieht, ist also noch unklar. Einen Hinweis bekommen wir allerdings: Das FBI ist eingeschaltet. Man werde Hergang und Urheber der Hackerangriffe ermitteln. Wie es dazu kommen konnte, dass ein solcher Hack fast zwei Jahre unentdeckt blieb – auch das wird Yahoo noch darlegen müssen.

Yahoo in Schieflage

Eigentlich steht die 4,8 Milliarden US-Dollar teure Übernahme von Yahoos Kerngeschäft durch US-Telekomkonzern Verizon kurz vor dem Abschluss. Welche Auswirkungen der Hack auf den Verkauf haben wird, bleibt noch abzuwarten. Eine Email, die den Kunden gegenüber eingesteht, dass es massive Sicherheitsprobleme gibt, ist sicherlich nicht der Neustart, den sich der zukünftige Eigner gewünscht hat. Yahoo befand sich in den letzten Jahren auf einem absteigenden Ast, der einstige Internetriese hat zunehmend an Boden gegenüber Konkurrenten wie Google verloren, die Glanzzeiten sind längst vorbei. Der neue Skandal ist ein weiterer negativer Höhepunkt, dessen Folgen kaum überschaubar sind.

Ist Yahoo endgültig am Ende oder kommt das Unternehmen aus der Dauerkrise doch noch raus? Wir halten euch auf dem Laufenden.

Quellen: yahoo, golem 

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Video: Yahoo-Passwort ändern

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