Wegen schlechter Kritiken: Studio verklagt YouTuber auf 10 Millionen Dollar

Sebastian Moitzheim 6

Die Gründer des Studios Digital Homicide beweisen derzeit einen eher unsouveränen Umgang mit Kritik, indem sie den Youtuber Jim Sterling für negative Kritiken ihrer Spiele verklagen. Über $10 Millionen an Schadenersatz fordern sie von Sterling.

Wegen schlechter Kritiken: Studio verklagt YouTuber auf 10 Millionen Dollar

Der YouTuber Jim Sterling wurde für einige negative Reviews vom Studio Digital Homicide verklagt. In einer seiner Videoreihen auf YouTube testet Sterling Spiele bewusst möglichst ohne Vorwissen oder Recherche. Im November 2014 testete er The Slaughtering Grounds, einen Ego-Shooter von Digital Homicide. Sterling kritisierte das Spiel scharf, unter anderem dafür, dass es gekaufte Assets und nur einen kurzen Loop an Hintergrundmusik nutzte, dass grundlegende Features wie Levelausgänge fehlten, und dass es in seinen Augen mit $9.99 zu teuer für die schwache Qualität war. Sterling sah in The Slaughtering Grounds das potentiell schlechteste Spiel des Jahres 2014.

Das Video war sehr erfolgreich, weshalb Digital Homicide mit einem „review the reviewer“-Video antwortete, in dem Sterling unter anderem als „fucking idiot“ bezeichnet wurde. Darauf folgten von beiden Seiten noch ein paar weitere Videos und seitdem hat Sterling jedes von Digital Homicide veröffentlichte Spiel in Videoform getestet. Auch eine direkte Konfrontation beider Parteien gab es bereits, in Form eines Skype-Interviews, das die Digital Homicide-Gründer nach einem weiteren Review von Sterling forderten.

Aber selbst das war ihnen offenbar noch nicht genug. Robert Romine, einer der Gründer, behauptet, es gehe ihm weniger um die negativen Bewertungen und mehr um Fehlinformationen, die Sterling in seinen Videos verbreitet habe. Ob das stimmt, ist schwer zu sagen, doch Romine und Digital Playground haben, aus welchem Grund auch immer, Sterling nun wegen Diffamierung verklagt und fordern insgesamt $10.76 Millionen Schadenersatz, die sich unter anderem aus Verkaufseinbußen und „emotionalem, finanziellem und den Ruf betreffenden Leid“ zusammensetzen sollen.

Sterling will sich, wie er auf Twitter bekannt gab, noch nicht über die Klage äußern.

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