Der Zalando-Umsatz schießt durch die Decke

Marco Kratzenberg

Umsatz bedeutet Wachstum. Umsatz bedeutet nicht zwangsläufig auch Gewinn. Zalando hat mal ganz klein angefangen und macht jetzt einen Jahresumsatz in Milliardenhöhe. Wie lange geht das noch so?

Der Zalando-Umsatz schießt durch die Decke

Es gibt Firmen, die haben sich darauf spezialisiert, große Gewinne damit zu machen, indem sie Newcomern finanziell unter die Arme greifen, bis sie richtig gut laufen. Die Samwer-Brüder betreiben ein solches Investor-Unternehmen und auch das Unternehmen Holtzbrinck ist dafür bekannt. Das läuft nicht immer perfekt, wie Holtzbrinck am Beispiel StudiVZ erfahren musste. Doch für Zalando scheinen die Ampeln weiterhin alle auf Grün zu stehen.

Riesige Zalando-Umsätze mit einem Flip Flop-Versand?

Angefangen haben die Zalando-Gründer mal mit einem Versand für Flip Flops - so die Firmenlegende. Dann überlegten sich die beiden BWL-Studenten, mit welcher Art von Onlineshop sich wohl noch ein Stückchen vom Kuchen abschneiden lässt und die Idee Zalando war geboren.

Ende 2008 betrug der Umsatz immerhin schon rund 325.000 Euro. Das Weihnachtsgeschäft mit den Schuhen hatte sich gelohnt. Der Trick war - und ist nach wie vor -, dass Zalando die Paketkosten und den Rückversand übernimmt. Das und die Werbekosten stellen einen wesentlichen Teil der Firmenkosten dar. Aber sich auch das Personal sowie der Bau riesiger Logistikzentren in Erfurt und Mönchengladbach. Die zahlreichen Rabatt-Gutscheine zählen sicher auch zu den Werbekosten und locken ständig Neukunden an.

Liest man in der Presse über Zalando, dann befinden sich die Worte Umsatz und Verlust meist schon zusammen in der Überschrift. Tatsächlich ist es so, dass der Umsatz scheinbar unaufhörlich steigt, aber mit ihm auch die Verluste. Otto Normalverbraucher kann sich nicht vorstellen, wie man eine Firma mit einem Verlust von 120 Millionen Euro betreiben kann, aber die dahintersteckenden Geldgeber haben offenbar keine Probleme damit… und auch die Banken beschweren sich nicht.

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Ist für den Zalando-Umsatz ein Ende abzusehen - und für die Verluste?

Betrachtet man die Umsatzzahlen, das Wachstum und in Relation dazu die Verluste, dann steht Zalando tatsächlich von Jahr zu Jahr besser da. In 2010 machte Zalando bereits einen Umsatz von 150 Millionen Euro. Im Folgejahr wurde der Umsatz um 240% gesteigert und betrug nun 510 Millionen Euro. Die Umsatzrendite war in der Zeit negativ, man schrieb Verluste. Aber sie sank bzw. stieg von -13,5 Prozent auf -11,8 Prozent.

Mittlerweile hat sich das Wachstum verlangsamt, allerdings befinden wir uns auch schon in astronomischen Umsatzbereichen. 1,8 Milliarden Euro Umsatz machte Zalando im Jahr 2013. Das war gegenüber dem Vorjahr zwar „nur noch“ eine Steigerung um 56 Prozent, aber die Rendite lag nur noch bei -6,3 Prozent. Es sieht also so aus, als würde Zalando in absehbarer Zeit schwarze Zahlen schreiben. Und die Pläne, an die Börse zu gehen, werden das vermutlich noch beschleunigen.

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