Verbraucherschützer warnen: Smartes Spielzeug lässt sich kinderleicht ausspionieren

Kaan Gürayer

Auch vor dem Kinderzimmer macht der Fortschritt nicht Halt. Immer mehr Spielzeuge sind mit dem Internet verbunden, um etwa Funktionen auf Basis von Spracherkennung zu ermöglichen. Doch wie sicher sind „Connected Toys“? Verbraucherschützer in den USA und Europa schlagen nun Alarm. 

Spielzeughersteller Genesis Toys ist zur Zielscheibe von Verbraucherschützern in den USA und Europa geworden. Der Vorwurf: Genesis Toys und sein Technikpartner Nuance zeichnen über ihre mit dem Internet gekoppelten Spielzeuge (Cayla und  i-Que) Stimmen von Kindern auf, ohne die Zustimmung der Eltern einzuholen oder die Erziehungsberechtigten wenigstens darüber zu informieren.

Mehr noch: Die Verbraucherschützer bezichtigen Genesis Toys, nicht genügend Sicherheitsmaßnahmen ergriffen zu haben, um die Spielzeuge gegen Hacking abzusichern. Über Bluetooth sei es beispielsweise nicht nur möglich, die Kommunikation zwischen Kind und Spielzeug mitzuhören, auch das Zwischenschalten funktioniere. Damit könnten, so die Befürchtung, etwa Pädophile mit den Kindern über das Spielzeug kommunizieren. Zwar bedarf es zum Aufbau von Bluetooth-Verbindungen eine vergleichsweise starke Nähe zwischen den Endgärten, auf Spielplätzen oder in direkter Nachbarschaft dürfte diese Hürde aber leicht zu nehmen sein.

Potenzielle Datenweitergabe zu Werbezwecken

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Neben der Möglichkeit, die Kinderstimmen via Bluetooth auszuspionieren, bereitet den Verbraucherschützern aber auch die potenzielle Weitergabe der Daten Bauchschmerzen. Die Datensätze werden auf den Servern von Genesis Toys gespeichert und der Anbieter nimmt sich in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Recht heraus, die Daten zu Werbezwecken zu verwenden, an Dritte weiterzugeben und die AGBs zu ändern, ohne die Eltern darüber in Kenntnis zu setzen.

Sowohl bei US-amerikanischen als auch europäischen Regulierungsbehörden sind mittlerweile Beschwerden gegen Genesis Toys und Nuance eingegangen. Ob und inwieweit die Behörden gegen die Unternehmen vorgehen werden, ist bislang noch nicht bekannt.

Quelle und Bild: Norwegischer Verbraucherschutzrat, via Engadget 

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