Arzt über die Apple Watch: EKG der Smartwatch nur sinnvoll ab 65 Jahren

Sven Kaulfuss 12

Für Apple und für viele Anwender gehört das EKG (Elektrokardiogramm) der aktuellen Apple Watch Serie 4 wohl zu den Top-Features der Smartwatch. Doch ist die Funktion wirklich so sinnvoll für alle Nutzer? Ein neuer Bericht stellt dies offen in Frage.

The Verge (via 9to5mac) lässt zur Thematik zwei Ärzte zu Wort kommen, deren Meinung ist so eindeutig wie vielleicht auch streitbar. So rät Dr. Gregory Marcus von der Staatlichen Universität in San Francisco kurzerhand: „Wenn jemand jünger als 65 Jahre ist, keinen Bluthochdruck, keine Diabetes, noch nie einen Schlaganfall, keine Herzinsuffizienz und keine anderen Arterien-Probleme hat, im Allgemeinen würde ich sagen, ignorieren sie es [EKG der Apple Watch; Anmerkung der Redaktion) in Abwesenheit der Symptome.“

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EKG der Apple Watch: Unsinn für die Mehrzahl der Nutzer

Am Ende ist Marcus der Meinung, dass das EKG der Apple Watch gesunde Menschen nur unnötig beunruhigen könnte. Letztlich würde auch das Gesundheitssystem darunter leiden, weil medizinische Fachkräfte für derart alarmierte Nutzer wertvolle Zeit aufwenden, Zeit die besser genützt würde, um Patienten mit schweren Gesundheitsproblemen zu behandeln.

Diese Apple Watch gibt es leider noch nicht – einen Blick ist sie aber allemal wert:

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Marcus steht nicht allein mit seiner Meinung da, auch Dr. Seth Landefeld von der Universität Alabama – Mitglied der „US Preventative Task Force“ – sieht den Nutzen eher kritisch. Er gibt zu bedenken: „Es gibt keine Beweise dafür, dass der Nutzen die möglichen Schäden überwiegt, und deshalb empfehlen wir, das EKG-Screening nicht für Menschen mit geringem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzuwenden.“

Streitbares Thema: Lieber eine Messung zu viel?

Sprich, wer nicht zur Risikogruppe gehört sollte lieber den Finger vom EKG lassen und sich nicht weiter sorgen. Doch ist es wirklich so einfach? Immerhin gibt’s immer wieder Fälle, in denen über „gerettete“ Nutzer der Apple Watch berichtet wird. Hierzulande ist eine mögliche Diskussion darüber allerdings nur theoretischer Art, denn das EKG-Feature steht außerhalb der USA noch nicht zur Verfügung.

Dennoch: Was ist eure Meinung zum Thema, vielleicht doch lieber eine Messung zu viel oder werden wir am Ende durch derartige Features noch zum Hypochonder?

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