Apple Watch und Co: Darum wird die Smartwatch ein Wegwerfprodukt

Sven Kaulfuss 5

Smartwatch und Fitness-Tracker – gemeinhin als Wearable zusammengefasst – sind auch 2018 wieder ein Trend unter dem reich geschmückten Tannenbaum. Doch wenige Jahre später finden sich Apple Watch und Co. nicht mehr da, sondern wohl eher auf der Mülldeponie. Die Gründe dafür jetzt in der Wochenend-Kolumne.

Apple Watch und Co: Darum wird die Smartwatch ein Wegwerfprodukt
Bildquelle: GIGA (Apple Watch) und pixabay (Mülleimer).

Eine gut funktionierende Uhr ist ein Schmuckstück, wird gesammelt und wird je nach Anlass und Kleidung vom Träger passend ausgesucht. Teuer muss der Sammelspaß nicht unbedingt sein, wie schon vor Jahrzehnten die bunten Swatch-Uhren unter Beweis stellten – dem Gründer Nicolas Hayek gelang ein echter Coup.

Apple Watch und Co: Das Ende der Smartwatch ist absehbar

Doch gilt diese Erkenntnis auch noch für aktuelle Smartwatches wie die Apple Watch, Hybrid-Uhren oder auch Fitness-Tracker? Wohl leider nicht, wie ich meine. Äquivalent zu den Smartphones handelt es sich um relativ kurzlebige Technik, die wenig dazu taugt über die Jahre gesammelt und weitergegeben zu werden. Irgendwann verabschiedet sich der festverbaute Akku – ob der dann noch getauscht werden kann? Nun ja, zumindest Apple ist vorbildlich und wechselt diesen immer noch für circa 90 Euro. Ob dies jedoch für die Vielzahl von Herstellern gilt, kann und muss bezweifelt werden. Doch auch für eine Apple Watch ist in absehbarer Zeit das Ende der Fahnenstange erreicht, ein Update nicht mehr verfügbar und die Unterstützung steht dann nur noch auf tönernen Füßen. Da hilft es auch nichts, wenn man für das Modell aus echtem Gold vor drei Jahren tausende von Euro ausgegeben hatte. Auch dann ruft die Mülldeponie oder im Falle von Apple der Recyclinghof.

Schön mögen sie ja sein, aber auch für Dauer?

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Hybrid-Uhr: Dieser Hersteller will nicht gesammelt werden

Manche Hersteller provozieren selbst bei noch funktionieren Uhren ein solches Verhalten, die Geräte landen wenn schon nicht gleich auf dem Müll, aber zumindest nutzlos in der Schublade. So auch in meinem persönlichen Fall. Seit geraumer Zeit verwende ich Hybrid-Uhren von Withings (zwischenzeitlich von Nokia aufgekauft, gegenwärtig wieder eigenständig). Den Anfang machte eine günstige Activité Pop, gefolgt von einer Steel und erst seit kurzer Zeit eine Steel HR mit Herzfrequenzsensor. Theoretisch könnte man die alle drei verwenden, vielleicht noch mehr Modelle sammeln und so beispielsweise je nach Anlass oder Aktivität die Uhr wechseln. Leider bleibt es beim schönen Gedanken, denn in der Praxis lässt sich immer nur eine Uhr mit der App verwenden. Ein Wechsel innerhalb der App ist nicht vorgesehen. Wer dies möchte, der müsste jedes Mal die Uhr erneut in der App einbinden und das Set-Up ausführen – umständlich und einfach nur zu kurz gedacht.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Smartwatch und Co: Sklave der App

Apropos App: Für den Betrieb der Uhr (Stichpunkt Uhrzeiteinstellung und Zugriff auf dem Schrittzähler) ist die Smartphone-App auf dem iPhone absolut notwendig, auch so scheidet eine parallele Weiternutzung aus. Überhaupt, Smartwatches sind die Sklaven ihrer App. Fällt die beziehungsweise der Support eines Tages mal weg, dann kann man sich weitestgehend von den Uhren verabschieden, so geschehen im unrühmlichen Falle Pebble.

Ihr wollt gar nicht wissen, wo sich diese Uhr jahrelang versteckte:

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Wahrscheinlich sind die Zeiten für immer vorbei, in denen man derartige Schmuckstücke an die nächste Generation vererben konnte. Nie wieder wird ein Christopher Walken dem jungen Bruce Willis erzählen können, wie dessen Vater die Uhr jahrelang im A … trug, um sie so vor dem Vietcong zu schützen. Mit einer Smartwatch scheiden derartige Geschichten wie sie Quentin Tarantino erzählte für immer aus. Wobei, zumindest im übertragenden Sinne lässt sich die Apple Watch und deren Begleiter dann doch noch ins Rektum stecken – zu mehr sind die ja zukünftig auch nicht mehr zu gebrauchen.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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