Apple Watch Series 4 im Test: Mehr Größe für den Smartwatch-Thron

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Mit der Apple Watch Series 3 setzten die Kalifornier schon im vergangenen Jahr neue Maßstäbe und ließen die Konkurrenz hinter sich. Kann die neue Apple Watch Series 4 an den Erfolg anknüpfen? Das und mehr in unserem Test.

Apple Watch Series 4 im Test: Mehr Größe für den Smartwatch-Thron
Bildquelle: Holger Eilhard/GIGA.

Seit mittlerweile mehr als drei Jahren ist Apple im Smartwatch-Segment vertreten. Gleichzeitig hat sich seit der ersten Version der Apple Watch vieles geändert. Mit der Apple Watch Series 4 verpasst Apple seiner Smartwatch erstmals ein neues Design. Konnte man bei der Series 3 davon sprechen, dass die Watch aus den Kinderschuhen gekommen war, tritt die Series 4 nun mit einem erwachsenen Inneren und Äußeren auf. Das Display ist um 30 Prozent gewachsenen, Innenleben und Bedienfunktionen hat Apple verbessert. Das Drehrad, die Krone, “tickt“ nun spürbar, hinzu kommt eine in Deutschland noch nicht aktive EKG-Funktion.

Wie bisher gibt es zwei Größen, deren Wahl man am besten vom Handgelenkumfang abhängig macht, und Varianten mit und ohne LTE.

Apple Watch Series 4 LTE im Test: Unser Fazit

Der Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger ist klar zu erkennen. Apps sind noch flüssiger, was für eine bessere Zukunftssicherheit kommender watchOS-Versionen sorgt. Gleichzeitig muss man beim Akku trotz der gestiegenen Performance keine Abzüge hinnehmen. Wer jedoch stark auf die LTE-Funktionen zurückgreift und etwa häufig vom iPhone entfernt ist, muss mit einer reduzierten Akkulaufzeit rechnen.

Der Einstiegspreis ist deutlich gestiegen – von 369 Euro auf 429 Euro. Wer bereits eine Apple Watch Series 3 besitzt, kann die neue Version überspringen — sofern man auf das größere Display und die neuen Zifferblätter verzichten kann. Für Benutzer älterer Modelle stellt die neue Apple Watch Series 4 jedoch einen deutlichen Sprung nach vorne dar. Dass das kleine Modell etwas größer geworden ist, könnte für manch zierliches Handgelenk aber ein Ausschlusskriterium sein.

Testwertung Apple Watch Series 4 LTE

  • Display: 5 von 5
  • Ergonomie und Bedienung: 5 von 5
  • Design und Verarbeitung: 5 von 5
  • Software und Ausstattung: 5 von 5
  • Akku: 3 von 5

Gesamtwertung: 92 Prozent

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Apple Watch Series 4 LTE im Test: Das hat uns gefallen

  • Verarbeitung: Egal ob Display oder Krone — die neue Apple Watch punktet erneut mit Bestwerten bei der Verarbeitung. Die in die Watch integrierte Taptic Engine sorgt für ein deutliches, aber nicht übertriebenes Feedback beim Drehen der Krone. Ein weiterer Pluspunkt, der noch bei der Series 3 vielerorts für Kritik sorgte: Die große rote Krone der LTE-Version ist einem schlichteren roten Akzent gewichen.
  • Das Display: Das Display ist größer und ermöglicht so eine verbesserte Lesbarkeit. Gleichzeitig reicht es in die nun stärker abgerundeten Rahmen und wirkt hierdurch noch etwas größer.
  • Leistung: Hatte Apple bereits bei der Series 3 nicht an Performance gespart — sie ist auch nach einem Jahr nicht langsam — setzt die Series 4 noch eins oben drauf. Alle Funktionen, darunter die Neuerungen von watchOS 5, laufen flüssig ab und auch aktuelle Apps lassen nur äußerst kurz auf sich warten.
  • Neue Zifferblätter: Die Apple Watch Series 4 bietet eine Reihe von exklusiven Zifferblättern, die auf alten Versionen der Apple Watch nicht zu finden sind. Grund hierfür ist unter anderem die spezielle Anpassung an das gewachsene Display der Series 4. So bietet Infograph die Möglichkeit, bis zu 9 Komplikationen darzustellen, während Infograph Modular an das bekannte Modular erinnert, aber eine größere Fläche für Komplikationen anbietet.
  • Besserer Empfang: Hatten im vergangenen Jahr nur die LTE-Versionen der Series 3 eine Unterseite aus Keramik, stattet Apple nun alle Series-4-Modelle mit dieser aus. Der Einsatz von Keramik erlaubt einen besseren Empfang als der zuvor verbaute Metallunterboden.

Apple Watch Series 4 LTE im Test: Das hat uns nicht so gut gefallen

  • Die Akkulaufzeit: In unserem Test hat sich im Vergleich zur Series 3 mit LTE trotz des gewachsenen Displays und beschleunigten Prozessors nichts geändert. Selbst wer die Watch Tag und Nacht trägt, kann durch nur kurzzeitiges Laden (etwa während dem Duschen) mehrere Tage ohne lange Ladepause nutzen. Ganz ohne Zwischenladung am Wochenende kommt man von Freitag Abend aber oft nicht bis Sonntag Abend – bei Wochenendausflügen muss also der proprietäre Ladepuck ins Gepäck.
  • Die neuen Maße: Die Gehäusehöhe der kleinen Apple Watch ist von 38 auf 40 Millimeter gewachsen. Besitzer, die bereits mit den Dimensionen der damals kleinen Versionen zu kämpfen hatten, sollten vor dem Upgrade unbedingt zur Anprobe einen Apple Store aufsuchen. Immerhin ist sie dünner geworden.
  • Taptic Engine der Edelstahl-Variante: Wie schon bei den Vorgängern ist die Taptic Engine in der Apple Watch aus Edelstahl etwas schlechter als bei dem Aluminiumgehäuse bemerken. Wer also die Chance einer verpassten Benachrichtigung minimieren will, sollte zur günstigeren Alu-Version greifen.
  • Kein Always-on-Display: Wer die Uhrzeit auf der aktuellen Apple Watch ablesen will, muss weiterhin das Armgelenk bewegen. Ein Display, welches immer zumindest die Uhrzeit anzeigt, erlaubt Apple weiterhin nicht.
  • Kein Sleeptracking: Vielen Fans der Apple Watch hatten sich erhofft, dass die neue Hardware ein natives Sleeptracking ermöglichen würde. Es bleibt die Hoffnung, dass dies — wie auch ein Always-on-Display — in Zukunft noch durch ein Software-Update hinzukommt.
  • Gestiegene Preise: Die Apple Watch Series 4, egal ob mit oder ohne LTE, ist teurer als die Vorgänger. Auch wenn sich dies möglicherweise durch die neuen Dimensionen erklären lässt, ist die Preissteigerung schade. Das Positive: Die immer noch sehr performante Series 3 ist nun günstiger zu haben, siehe auch: Welche Smartwatch kaufen? Apple Watch Series 4, Series 3 und Series 2 im Vergleich.

Welche Smartwatch verkauft sich derzeit hierzulande am besten? Wir verraten es euch:

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Top 10: Smartwatch-Bestseller in Deutschland.

Apple Watch Series 4 im Test: Das sollte man noch wissen

Wie bereits oben angesprochen bietet die Apple Watch Series 4 einen integrierten EKG-Messer. Dieser kann durch ein zukünftiges Update von watchOS aktiviert werden. Zur Nutzung reicht dann das Auflegen eines Fingers der anderen Hand auf die Krone, wodurch die Verbindung durch den Oberkörper des Trägers geschlossen wird. So kann die Apple Watch kleinste Unterschiede im Körper messen und ein EKG erstellen. Wann diese Funktion jedoch in Deutschland von den Behörden die notwendige Freigabe bekommt, steht bisweilen in den Sternen. In den USA hat man diese bereits erhalten — die Funktion soll dort noch bis Ende des Jahres aktiviert werden.

Wer bereits eine Apple Watch mit diversen Armbändern besitzt, kann diese weiterhin trotz der gewachsenen Maße mit der Series 4 nutzen. Alte Bänder der 38-mm-Watch sind mit der neuen 40-mm-Version kompatibel. Wer Armbänder einer 42-mm-Apple-Watch besitzt, kann diese mit der Apple Watch Series 4 in 44 mm nutzen.

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Trotz des überarbeiteten Designs der Rückseite, welches beispielsweise die oben beschriebene EKG-Funktion erlaubt, kann ein alter Ladepuck auch mit der neuen Apple Watch genutzt werden. Wer eine alte Apple Watch nicht bei eBay oder anderweitig verkaufen will, kann diese direkt im Apple Store für eine Gutschrift abgeben. Ähnliches gilt für ein möglicherweise abgeschlossenes AppleCare für die alte Watch, welches nach einem kurzen Anruf bei Apple anteilig zurückerstattet werden kann.

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