Alexa aus Deutschland: Wirtschaftsminister fordert eigene Sprachassistenten

Johann Philipp 7

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier forderte diese Woche auf einer Veranstaltung, dass Deutschland einen eigenen Sprachassistenten entwickeln müsse. Die großen US-Konzerne wie Amazon und Google eilen davon. Bleibt noch genug Zeit?

Alexa aus Deutschland: Wirtschaftsminister fordert eigene Sprachassistenten
Bildquelle: GIGA.

Sprachassistent aus Deutschland: „Wir müssen jetzt loslegen“

Peter Altmaier steht eigentlich gar nicht auf Smart-Home-Produkte. Auf einer Veranstaltung eines Kabelnetzbetreibers verriet er diese Woche, dass er zwar seine Heizung von unterwegs steuern könne, aber keine Sprachassistenten nutze. Trotzdem sieht er Alexa und Co. als „die größte Basisinnovation seit Erfindung der Dampfmaschine“, wie heise berichtet.

Was ihn allerdings wirklich stört, ist, dass große US-Konzerne wie Google und Amazon bei diesem Thema die Nase vorn haben. Sein Plan lautet daher, dass Europa einen selbst entwickelten Sprachassistenten brauche. „Wir können nicht ewig warten, wir müssen jetzt loslegen“, fordert er auf.

Die Zeit drängt. Amazon und Google haben jahrelangen Vorsprung und viel wichtiger: Durch ihre Millionen Kundendaten auch eine Basis, um die Sprachassistenten weiterzuentwickeln. Amazon punktet mit der Anbindung an seinen Shopping-Dienst. Google sitzt bei der Websuche an der Spitze. Womit will ein deutscher Sprachassistent überzeugen?

Altmaiers Antwort: „Deutschland muss versuchen, eine Vorreiterrolle in puncto Sicherheit einzunehmen“. Seine Idee scheint zu sein, einen Sprachassistenten ohne ständige Internetanbindung zu präsentieren. Denn dabei haben auch die Großen ihre Schwäche: Ohne Serveranbindung sind die Alexas und Googles dieser Welt ziemlich doof.

Manchmal kann Alexa auch ziemlich lustig sein, wie wir hier zeigen:

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Europa gegen Amazon und Google: Wie realistisch sind die Pläne?

Laut Altmaier sei „noch nicht ganz entschieden“, wer den Markt für Sprachassistenten beherrschen werde. Wobei Google und Amazon aussichtsreiche Anwärter sind. Die Bundesregierung wolle einen „Leitmarkt“ entwickeln und internationale Standards vorantreiben. „Aber dafür müssen wir Smart Living made in Germany erst mal haben“, gibt der Minister zu bedenken.

Einige Grundsteine dafür sind durch Kooperationen mit Immobilienunternehmen bereits gelegt, die smarte Technik in ihre Häuser einbauen wollen. Trotzdem bleibt es mehr als schwierig, Google, Amazon, Apple und Microsoft mit ihren Systemen Konkurrenz zu machen. Das liegt zum einen an den fehlenden Daten, fehlenden Investitionen, aber auch an einer skeptischen Bevölkerung, die Sprachassistenten mit Wanzen gleichsetzt.

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