Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert den gestrigen Prime Day des Versandhändlers Amazon. Stellt sich nachträglich ein Schnäppchen als Fehlgriff heraus, kann man auf das Widerrufsrecht pochen.

 

Amazon Prime

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Der Kauf der Amazon-Schnäppchen erfolgt oft unter Zeitdruck. „War das übereilt, sollte grundsätzlich das Widerrufsrecht helfen, um aus dem Vertrag zu kommen“, erinnert die Verbraucherzentrale. Gesetzlich ist eine 14-tägige Frist vorgeschrieben, Amazon bietet sogar  30 Tage Rückgaberecht bei Nichtgefallen eines Artikels. Die Rücksendung ist allerdings nur teilweise kostenfrei, und bei häufigen Fällen hat der Versandhändler einzelnen Kunden schon das Konto gesperrt.

Prime Day: „Vergleich mit Mondpreisen“

Nicht nur den Zeitdruck spricht die Verbraucherzentrale in einer gestern veröffentlichten Mitteilung an, sondern kritisiert auch die Werbung mit „Marktschreier-Methoden“ und den „Vergleich mit Mondpreisen“: „Amazon vergleicht seine angeblichen Hammerpreise oft mit den unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) der Hersteller“, so die Verbraucherschützer. Die Kunden sollen sich davon nicht blenden lassen.

Zudem kritisieren sie das Sortiment der Angebote: Von 100 Produkten in der Countdown-Woche vor dem Prime Day seien von 100 Stichproben nur sechs Produkte in den Top 10 der jeweiligen Bestsellerliste auf Amazon gewesen. Und „immer wieder mal“ findet sich der Hinweis, dass bereits ein neueres Modell vorhanden ist.

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So holt man alles aus Amazon Prime heraus

Kritik mit leichtem Nachgeschmack

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Die Verbraucherzentrale gibt Kunden Ratschläge auf den Weg und schaut den großen Unternehmen auf die Finger. Die aktuelle Kritik klingt leider nur wenig fundiert: Amazon führt bei Blitzangeboten längst nicht nur die unverbindliche Preisempfehlung auf, sondern oft auch den Normalpreis (Bild rechts aus den heutigen Blitzangeboten). Der Sparbetrag bezieht sich allerdings in der Tat auf die UVP. Oft handelt es sich tatsächlich um den aktuellen Bestpreis im Internet, wenngleich manchmal andere Händler mithalten können.

Auch den Hinweis auf neuere Produkte könnte man loben: Amazon will den Kunden nicht heimlich die Auslaufmodelle unterjubeln, sondern weist auf die neuen Geräte hin. Nicht ganz uneigennützig natürlich, lässt sich damit schließlich meist mehr Gewinn einstreichen. Aber: Der Kunde kann entscheiden, ob er das günstige oder das neuste Produkt möchte. 

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Sebastian Trepesch
Sebastian Trepesch, GIGA-Experte für Apple-Produkte und -Software, Fotografie, weitere Technikprodukte.

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