50 Euro Leihgebühr: Bald könnt ihr aktuelle Kinofilme Zuhause ansehen

Thomas Lumesberger 1

Aktuelle Blockbuster via Amazon Video und Netflix streamen? Das könnte schon bald Realität werden – das Ganze wollen sich die Filmstudios aber auch ordentlich bezahlen lassen.

50 Euro Leihgebühr: Bald könnt ihr aktuelle Kinofilme Zuhause ansehen
Bildquelle: Pixabay.

Bereits wenige Tage nach dem Kinostart sollen diverse Filme bei Amazon Video, Netflix, Maxdome oder anderen Streaming-Diensten zur Verfügung stehen. Dafür setzen sich sechs große US-Filmstudios ein und stehen derzeit mit diversen Kinobetreibern in Verhandlung. Vor allem Warner Bros. und Fox befürworten die neue Strategie, weshalb sich Warner-Brothers-Chef Kevin Tsujihara bereits mit den Kinobetreibern an den Tisch gesetzt und ihnen unterschiedliche Vorschläge unterbreitet hat. Sollten die Filme bereits früher für Amazon Video, Netflix und Co. freigegeben werden, würden die Kinobetreiber einen Anteil an den digitalen Umsätzen erhalten – quasi als Entschädigung für den eventuell entgangenen Umsatz.

Tsujihara spricht angeblich von einer Veröffentlichungsfrist von 17 Tagen und einem Preis von 50 US-Dollar pro Film. Die Pläne der beiden Filmstudios Fox und Warner Bros. sehen vor, dass die Filme 30 bis 45 Tage nach Kinostart bei den Streaming-Anbietern für einen Preis von 30 US-Dollar zur Verfügung gestellt werden sollen. Universal möchte die Filme sogar nach 20 Tagen freigeben, berichten diverse Insider.

Ob der Preis für das einmalige Ansehen des Films fällig wird oder ob man sich diesen mehrfach anschauen kann, geht aus dem Bericht von Variety nicht hervor. Sollte das Angebot nach Europa kommen, dann werden die Preise vermutlich 1:1 übernommen, sprich es werden wohl 50 Euro oder 30 Euro fällig. Bedenkt man die Ticketpreise im Kino sowie die Kosten für Snacks und Getränke, würde sich der Ausleihpreis im Durchschnitt bereits bei drei Personen rentieren – wenn alle Zuschauer Zuhause ihren fairen Anteil zahlen.

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Disney ist dagegen

Gegen die gesamte Aktion spricht sich angeblich Disney aus. Das ist kein Wunder, denn das Filmstudio besitzt die Filmrechte an großen und bekannten Marken, beispielsweise Star Wars oder Marvel. Die Ableger dieser und anderer Filmmarken sind besonders für die Leinwand geschaffen und werden im Verhältnis zu anderen Titeln deutlich länger in den Kinos gezeigt.

Netflix: Das kostet der Streaming-Dienst.

Video on Demand statt DVDs

Der Grund für das Umdenken bei den Filmproduzenten sind die sinkenden Verkaufszahlen von DVDs und Blu-rays. Um diese aufzufangen, sind die bereits bestehenden Video-on-Demand-Plattformen offenbar die beste Möglichkeit. Derzeit sind neue Filme über die Streaming-Anbieter oftmals nur gegen sehr hohe Preise verfügbar. Aus diesem Grund greifen viele zu Raubkopien, wodurch die Filmindustrie Verluste in Milliardenhöhe einfährt. Mit dem neuen Release-Zyklus könnten die Filmstudios die Attraktivität von Raubkopien deutlich vermindern und folglich die eigenen Erlöse wieder ankurbeln.

Quelle: Variety via Golem (Bildquelle: Pixabay)

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