Apple ärgert Spotify mit neuem Vorschlag für Urheberrechts-Abgabe

Florian Matthey 6

Apple hat US-Regulierungsbehörden einen Vorschlag für zukünftige Urheberrechtsabgaben für Musik-Streaming gemacht. Apple schlägt ein sehr simples Modell vor – aber nicht uneigennützig: Es würde kostenlose Angebote wie Spotify benachteiligen.

Apple ärgert Spotify mit neuem Vorschlag für Urheberrechts-Abgabe

Die New York Times berichtet, dass Apple dem US-Copyright Royalty Board einen Vorschlag für zukünftige Regelungen bezüglich Urheberrechtsabgaben für Musik-Streaming gemacht hat. Das Gremium aus US-Bundesrichtern setzt entsprechende Regeln für den amerikanischen Markt fest. Da dieser aber gleichzeitig der größte im Bereich des Musik-Streamings ist, dürften Neuregelungen auch Auswirkungen auf andere Länder haben.

Apple schlage demnach vor, dass Streaming-Anbieter in Zukunft mindestens 9,1 Cent pro 100 Wiedergaben eines Titels zahlen müssen – unabhängig davon, ob und wie viel der Anbieter von seinen Kunden für das Angebot verlangt. Das wäre ein deutlich einfacheres System als das bisherige, das zwischen kostenlosen – also werbefinanzierten – und kostenpflichtigen Angeboten unterscheidet.

Für Apple hätte die Neuregelung der Zeitung zufolge quasi keine Auswirkungen, da die Verträge des Unternehmens mit der Musikindustrie ohnehin schon höhere Abgaben vorsehe. Benachteiligt würden aber Anbieter, die Musik-Streaming eben auch kostenlos werbefinanziert anbieten – allen voran Spotify: Die Schweden müssten dann in den USA mehr als bisher bezahlen. Es würde sich dann die Frage stellen, ob sich ein kostenloses Angebot überhaupt noch lohnt.

Apple dürfte mit dem Vorschlag vor allem Interpreten auf der eigenen Seite haben: Man erinnere sich an den „Streit“ zwischen Apple und der Künstlerin Taylor Swift, die letztes Jahr verlangte, dass Apple auch in der kostenlosen Probe-Phase von Apple Music die Künstler voll bezahlen sollte. Apple lenkte sofort ein und änderte die Regel entsprechend. Seitdem ist Swift zu einer klaren Apple-Music-Unterstützerin geworden – samt Exklusiv-Inhalten und einem eigenen Werbespot.

Auch gegen YouTube laufen Musiker in jüngster Zeit Sturm – und ebenso wie bei Spotify wäre die YouTube-Tochter durch eine entsprechende Neuregelung benachteiligt. Kürzlich erklärte der Apple-Music-Manager und Nine-Inch-Nails-Frontman Trent Reznor, dass YouTubes Erfolg in Sachen Musik-Streaming „auf gestohlenen Inhalten“ basiere.

Natürlich müsste das Copyright Royalty Board den Apple-Vorschlag erst übernehmen, damit dieser irgendwelche rechtlichen Auswirkungen hat. Er steht aber jetzt erst einmal im Raum.

Das ist Apple Music.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung