Apple-Music-Manager sprechen über Fehler, Exklusiv-Inhalte und mehr

Florian Matthey 6

Die Verantwortlichen hinter Apple Music haben sich zu bisherigen Erfahrungen mit dem Streaming-Dienst und zukünftige Entwicklungen geäußert. Dabei räumen sie auch Fehler ein: Man habe am Anfang vielleicht zu viel gewollt.

Apple-Music-Manager sprechen über Fehler, Exklusiv-Inhalte und mehr

Buzzfeed hat sich mit den Apple-Music-Managern Jimmy Iovine und Bozoma Saint John sowie dem Beats-1-DJ Zane Lowe über Apples Musik-Streaming-Dienst und den Musik-Markt im Allgemeinen unterhalten. Erst kürzlich gab es für den seit über einem Jahr bestehenden Dienst einen kleinen „Relaunch“ durch eine neue Musik-App im iOS 10 sowie eine dazu passende neue iTunes-Version. Beides soll die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit von Apple Music verbessern – für viele Benutzer waren die ersten Versionen zu verwirrend gestaltet.

Iovine räumt gegenüber Buzzfeed ein, dass Apple hier möglicherweise im letzten Jahr Fehler gemacht habe: Die erste Version von Apple Music sei zu ambitioniert gewesen; man habe wahrscheinlich zu viel auf einmal in den Dienst hineingesteckt. Apple habe jetzt aber dazu gelernt und gehe jetzt schrittweise voran. In Zukunft würden noch einige Neuerungen folgen, die Beobachter jetzt noch gar nicht vorhersehen könnten. Die Apple-Music-Marketing-Chefin Saint John erklärt, dass Änderungen bei Apple Music immer aus Antworten auf die Fragen entstehen, wie Kunden mit Musik interagieren und wie man dem gerecht werden könne.

Apple hat mit Spotify im Musik-Streaming-Bereich einen großen Konkurrenten, der immer noch deutlich mehr zahlende Benutzer hat. Hinzu kommt eine Vielzahl an Benutzern des kostenlosen, werbefinanzierten Angebots. Dieses schadet nach Auffassung von Iovine der Musik-Branche: Die Rechteinhaber müssten etwas unternehmen, da kostenlose Musik im Allgemeinen ein Problem sei. Solange es solche Dienste in weiter Verbreitung gebe, hätten Kunden nicht das Gefühl, dass sie für Musik bezahlen sollten.

Im Kampf mit Spotify setzt Apple unter anderem auf Exklusiv-Inhalte – und auch hier lässt sich darüber streiten, ob dies nicht der Branche schadet. Immerhin führt es zu einer „Fragmentierung“ des Marktes, da Inhalte von Lieblings-Interpreten zumindest für eine gewisse Zeit nach der Veröffentlichung so auf verschiedene Dienste verteilt sind. Iovine erklärt, dass er noch nicht wisse, ob das der Branche schaden könne. In einem Jahr könnte die Welt schon wieder ganz anders aussehen – und außerdem könnte es passieren, dass Kunden parallel für mehrere Dienste bezahlen, wie sie es im Video-Bereich ja auch schon mit Netflix und Hulu täten.

Eines der drei großes Label – Universal – hat sich immerhin schon aus dem Geschäft mit Exklusiv-Inhalten verabschiedet: Nachdem der bei Universal unter Vertrag stehende Interpret Frank Ocean sein jüngstes Album über sein neues Independent-Label exklusiv bei Apple Music veröffentlichte, kündigte Universal an, Exklusiv-Inhalte selbst nicht mehr bereitstellen und unterstützen zu wollen. Dennoch wollen Iovine und Co. weiter mit den anderen Labels zusammen arbeiten wie bisher. Man habe aber nicht vor, letztendlich selbst den Labels Konkurrenz zu machen – was offenbar die Sorge von Universal ist.

Der Beats-1-DJ Lowe erklärt wiederum, dass er Apple Music schon jetzt für einen Ort halte, an dem Interpreten ihre Geschichten erzählen könnten. „Das ist der Ort, wo Künstler hinkommen und sich wohl fühlen.“ Das sei nicht nur bei dem Online-Radiosender Beats 1 der Fall, sondern bei dem ganzen Angebot, das auch die Veröffentlichung neuer Alben und andere Inhalte mit einbeziehe.

Das ist Apple Music.

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