Apple-Music-Manager Trent Reznor: „YouTube-Erfolg basiert auf gestohlenen Inhalten“

Florian Matthey 5

Trotz Spotify und Apple Music setzen viele zum Musik-Hören einfach auf YouTube. Der Nine-Inch-Nails-Frontman und Apple-Manager Trent Reznor meint, dass YouTubes Erfolg allerdings auf „gestohlenen Inhalten“ basiert. Die Reaktion von YouTube folgte prompt.

In einem Interview mit Billboard äußerten sich die Apple-Manager Eddy Cue, Robert Kondrik, Trent Reznor und Jimmy Iovine zu Apples Strategie für Apple Music und den Musik-Markt im allgemeinen. Reznor, selbst kreativer Kopf und Sänger der Band Nine Inch Nails und „Apple Music Chief Creative Officer“, kam dabei auch auf YouTube als indirekten Konkurrenten zu sprechen.

Billboard erwähnt in dem Interview, dass viele Musik-Label sich gegen YouTube positionierten. Reznor meint, dass er YouTubes Geschäftsmodell selbst für ziemlich „unaufrichtig“ („disingenuous“) halte. „Das baut auf kostenlosen, geklauten Inhalten auf, und dadurch sind sie so groß geworden.“ Kostenlose Dienste könnten nie fair sein. YouTube verdiene mit den Zugriffszahlen Geld, allerdings nur auf den Rücken von Interpreten. Apple versuche, mit Apple Music eine Plattform zu bauen, die eine Alternative sei – „wo man bezahlt werden kann und Interpreten kontrollieren können, wo ihre Inhalte landen“.

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Es dauerte nicht lange, bis ein YouTube-Sprecher auf Reznors Aussage mit einem eigenen Statement reagierte: „Die überwältigende Mehrheit der Labels und Vertreiber haben Lizenzvereinbarungen mit YouTube, mit denen sie Fans-Videos auf der Plattform belassen und damit Umsätze erhalten können“, so der Sprecher. Rund 50 Prozent der Umsätze, die YouTube an die Branche auszahlt, stammten von solchen Fan-Videos, in denen die Musik-Titel enthalten sind. „Die Behauptung, dass dieser Inhalt weitgehend unlinzenziert ist, ist falsch.“ Insgesamt habe YouTube bisher drei Milliarden US-Dollar an die Musikbranche ausgezahlt; jedes Jahr wachse diese Zahl.

Tatsächlich ist Reznor aber nicht der erste Vertreter der Musik-Branche, der die Rolle von YouTube kritisiert: CNet verweist darauf, dass der Musikbranchen-Vertreter Irving Azoff erst im Mai einen offenen Brief an YouTube schickte, in dem er die mangelnde Kontrolle von Interpreten über Inhalte und die niedrigen Auszahlungen von YouTube an Künstler kritisierte.

Apple Music – Music needed a home . . . so we built it one.

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