Apple Music: Song-Abgleich benutzt ausschließlich ID3-Tags

Holger Eilhard 8

Viele Anwender klagten nach dem Update auf die jüngste iTunes-Version und Apple Music, dass Apples Musicbox die falschen Songs abgeglichen hatte. Ein neuer Bericht zeigt, warum dies der Fall ist.

Wie ein Versuch von Kirk McElhearn zeigt, vergleicht Apple Music für das Zuordnen von lokaler Musik mit Tracks bei Apple ausschließlich die in den Metadaten enthaltenen Details der lokalen Songs. Anders wie beispielsweise iTunes Match werden keine digitalen Fingerabdrücke der Songs genutzt. Auch die Länge der Songs spielt für Apple Music keine Rolle.

Um den Versuch nachzustellen benutzten wir eine kurze fünf-sekündige MP3-Datei, die komplett still war. Wer das Beispiel selbst nachspielen will, findet eine Reihe dieser Tracks in verschiedenen Längen im Web.

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Nach dem Download änderten wir die ID3-Tags – in unserem Fall außerhalb von iTunes – so dass diese einem Song entsprachen, der bei Apple zu finden ist. Wir haben also ein MP3, das fünf Sekunden lang ist und keinen Ton von sich gibt – kombiniert mit den Metadaten eines Titels der Apple Music verfügbar ist.

Dieses MP3 importieren wir in iTunes und erhalten, wenig überraschend einen leeren Song, der 5 Sekunden lang ist. Nach dem Upload in die iCloud Music Library löschen wir die lokale Kopie und fordern danach die Kopie von iCloud an.

Der nun geladene Song ist nicht länger 5 Sekunden lang, sondern der komplette Song, den wir mit Hilfe der ID3-Tags ausgewählt hatten.

Apple Music mis-match

Das Problem ist nun, dass dies nicht nur „leere Songs“, wie in unserem Beispiel betreffen kann. Auch reguläre Musikstücke wie sie in jeder iTunes-Bibliothek zu finden sind, können potentiell (und werden) falsch zugeordnet werden. Songs können trotz der selben ID3-Tags komplett unterschiedlich sein, zum Beispiel Studio- und Live-Aufnahmen derselben Tracks. Gleiches betrifft Versionen mit verschiedenen Längen des selben Songs, die von dem von Apple verwendeten Verfahren zum Abgleich fehlerhaft erkannt werden können.

Warum Apple auf den bereits in iTunes Match eingesetzten digitalen Fingerabdruck zum Vergleich von Songs verzichtet und auch die Länge der Songs keinen Unterschied für die eine korrektere Erkennung machen, ist derzeit ein Rätsel. Es bleibt zu hoffen, dass es es sich hierbei nur um einen Fehler handelt, den Apple möglichst schnell behebt.

Zuletzt hatte sich Jim Dalrymple, langjähriger Apple-Reporter, der immer wieder Zugang zu detaillierten Informationen erhalten hat, äußerst kritisch gegenüber Apple Music geäußert. Er wurde daraufhin zu einem Besuch bei Apple eingeladen und konnte so einige Probleme persönlich klären. Leider haben die meisten normalen Anwender nicht das Glück einer derartigen Behandlung.

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