Apple Music: Spotify bestraft Künstler mit Exklusiv-Deals

Thomas Konrad

Sein neues Album „Blonde“ hat Frank Ocean vorerst exklusiv bei Apple Music veröffentlicht. Abmachungen dieser Art schmecken der Konkurrenz von Spotify überhaupt nicht. Der Marktführer bestraft Künstler nun angeblich für solche Exklusiv-Deals.

Apple Music: Spotify bestraft Künstler mit Exklusiv-Deals

Wie Bloomberg berichtet, streicht Spotify Künstler, die Material zunächst exklusiv über Apple Music veröffentlicht haben, aus hauseigenen Wiedergabelisten. Das Portal beruft sich dabei auf Aussagen von Personen, die angeblich mit der Strategie des Streaming-Anbieters vertraut sind. Sie sollen auch berichtet haben, dass die Titel der Künstler in Suchanfragen erst am Ende der Liste erscheinen. Spotify streitet das ab: Man ändere keine Such-Rankings.

Spotify verfahre bereits seit einem Jahr so, sagte einer der Personen. Die Effekte hätten sich in den letzten Monaten jedoch verstärkt. Betroffen sind im übrigen auch Künstler, die Exklusiv-Deals mit Jay Zs Dienst Tidal eingegangen sind.

Spotify gerät durch die Konkurrenz von Apple Music zunehmend unter Druck. Die neue Situation am Markt soll sich auf Verhandlungen mit Rechteinhabern ausgewirkt haben (wir berichteten).

Die Universal Music Group hat diese Woche ebenfalls auf die steigende Anzahl exklusiver Veröffentlichungen reagiert: CEO Lucian Grange habe in einer E-Mail an ranghohe Angestellte verlauten lassen, dass Universal-Künstler künftig keine Exklusiv-Deals mehr eingehen.

Mit Apple Music hat der iPhone-Hersteller im vergangenen Jahr eine Offensive gegen die anderen Streaming-Anbieter gestartet. In Apple Music geht das Musik-Streaming-Angebot des Unternehmens Beats auf: Beats Music zeichnete sich vor allem durch die von einem Team an Musikredakteuren zusammengestellten Playlists und entsprechende Algorithmen aus. Tim Cook soll davon so beeindruckt gewesen sein, dass er sich am Ende für eine Übernahme von Beats entschieden hat, erklärte Apples CEO in einem Interview. Gut zwei Jahre ist das inzwischen her.

Doch auch Spotify dürfte Apple eine Inspiration gewesen sein: Zahlreiche Bedienelemente und der grundsätzliche Aufbau — Bedienlogik inklusive — erinnern bei Apple Music an die Konkurrenz von Spotify.

Das ist Apple Music.

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