„Klingt fürchterlich“: Neil Young zieht seine Songs von Apple Music zurück

Ansgar Warner 10

Neil Young unplugged bei Apple Music & Co.: wegen der angeblich schlechten Tonqualität beim Musik-Streaming zieht der kanadische Singer-Songwriter & High-Fidelity-Aktivist jetzt den Stöpsel.

„Klingt fürchterlich“:  Neil Young zieht seine Songs von Apple Music zurück

Er kam, hörte rein, und war schon wieder weg: Neil Young hat angekündigt, seine Musik aus Streaming-Diensten von Apple Music bis Spotify zurückzuziehen. Die Begründung: nie sei die Ton-Qualität bei der Übertragung von Musik schlechter gewesen als heute.

Manche dürften sich schon gewundert haben, warum Songs von Neil Young überhaupt bei Apple Music und anderen Streaming-Diensten aufgetaucht sind. Denn immerhin ist der kanadische Alt-Rocker ein notorischer Kritiker der digitalen Datenkompression.

Mit dem „Pono“ brachte er 2014 kurzerhand selbst ein Abspielgerät auf den Markt, das die gewohnten „Vibrations“ des Vinyl-Zeitalters zurück in die Kopfhörer bringen soll, und zwar bei einer maximalen Auflösung von 192 Kilohertz bei 24 Bit. Dafür passen aber dann auch bei dieser Qualitätsstufe nur 800 Tracks auf das Gerät (bei 128 Gigabyte Speicher).

Im Streaming-Alltag gehen die meisten Hörer dagegen natürlich gewisse Kompromisse bei der Soundqualität ein, bei den Musikdateien von Apple Music im AAC-Format etwa beträgt die höchste Auflösung 256 Kilobit pro Sekunde (bei Spotify Premium: max. 320 Kilobit pro Sekunde, OGG-Vorbis-Format), dabei fließen pro Stunde weniger als 100 Megabyte an Daten.

Natürlich kann man sich trefflich darüber streiten, ob man mit normalen Ohren den Unterschied tatsächlich hören kann. Viele Tester bestreiten das: Im einem Blindvergleich zwischen Pono und iPhone schnitt letzteres zum Beispiel leicht besser ab. Für einen akustischen Puristen wie Neil Young reicht aber offenbar nicht mal verlustfreie Streaming via Tidal aus, das sogar CD-Qualität bietet.

In einer Facebook-Nachricht an seine Fans schreibt Neil Young:

Die Zeit des Streamings ist für mich zu Ende. Ich hoffe, meine Fans sind damit einverstanden.
Es geht nicht ums Geld, auch wenn meine Tantiemen (wie die all der anderen Künstler) sich dramatisch verschlechtert haben.
Es geht um die schlechte Soundqualität. Meine Musik soll nicht entwertet werden durch die schlechteste Übertragungsqualität, die jemals erreicht wurde.
Ich möchte einfach nicht, dass so etwas an meine Fans verkauft wird. Das tut meiner Musik nicht gut. Mir geht es darum, Musik zu machen und unter die Leute zu bringen, die man wirklich hören und fühlen kann. Dafür stehe ich ein.
Wenn die Qualität wieder stimmt, werde ich mir die Sache noch mal anschauen. Sag niemals nie.

Neil Young

P.S.: Im iTunes Store sind seine Alben weiterhin verfügbar – mit 256 Kilobit pro Sekunde…

 

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