Künstler beschwert sich über Apple Music Connect: „Es muss sich bald etwas tun“

Florian Matthey

Ist Apple Music Connect das neue Ping? Ein Musiker meint, dass Apples neues soziale Musik-Netzwerk zumindest weiterhin noch sehr viel Arbeit braucht.

Der Musiker Dave Wiskus der Band Airplane Mode beginnt seinen Blog-Eintrag mit den Worten: „Stell dir ein soziales Netzwerk vor, in dem du nicht sehen kannst, wie viele Follower du hast, du keinen von ihnen direkt kontaktieren kannst, du nicht sehen kannst, wie effektiv deine Postings sind, du nicht einfach anderen folgen kannst, und in dem du nicht einmal dein Profilbild ändern kannst. Willkommen bei Apple Music Connect.“

Bereits letztes Jahr hatte Wiskus einen Blog-Eintrag über Apple Music verfasst und Hoffnung geäußert, dass es erfolgreicher als Apples erster Versuch eines sozialen Netzwerks in iTunes – „Ping“ – werden könnte. Dafür müsste sich aber einiges tun. Daraufhin kontaktierte ihn der Nine-Inch-Nails-Frontmann und Apple-Music-Verantwortliche Trent Reznor, der mit Eddy Cue gesprochen hatte und Wiskus erklärte, dass sich Apple seine Kritik zu Herzen nehmen würde.

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Vieles sei sieben Monate später aber immer noch problematisch: Wenn Wiskus Connect öffne, sehe er zwei Monate alte Postings, was auch daran liege, dass er nicht genug Bands folge. Was wiederum daran liege, dass es schwierig sei, weiteren Bands zu folgen: Es gibt keine Möglichkeit in Apple Music Connect selbst, neue Bands zu „entdecken“ oder ähnliches. Selbst Postings bekannterer Bands wie Weezer erhalten kaum Kommentare; die, die sie erhalten, seien dann auch nicht besonders interessant. Von Diskussionen in der Community könne keine Rede sein.

Für Musiker sei es kompliziert, Apple-Music-Postings einzubetten und in Websites oder Blogs zu teilen; dafür müsse man zunächst die Website Linkmaker besuchen. Hinzu kommen die oben genannten Probleme – Airplane Mode wisse nicht, wie viele Follower die Band habe und so weiter.

Besonders skurril ist, was passierte, als ein Rapper sich ebenfalls „Airplane Mode“ nennen wollte, dann aber erkannte, dass der Name schon vergeben war: Plötzlich zeigte die Apple-Music-Connect-Seite von Airplane Mode das Profilbild des Rappers. Die richtige Band konnte dieses Bild aber nicht ändern. Airplane Mode kontaktierte den Support – dessen Adresse man auch erst einmal finden müsse.

Mehr als einen Monat später bekam Wiskus dann die Mitteilung, dass er jetzt Zugriff auf das Profil von Airplane Mode habe – was ihn überraschte, da er ja schon zuvor Zugriff gehabt habe. Es stellte sich heraus, dass Apple einfach ein neues Profil für Airplane Mode erstellt hatte; jetzt mit dem richtigen Foto. Offenbar war es selbst für Apple schwieriger, ein Profilbild zu ändern, als ein neues Profil zu erstellen. Dann waren aber auch erst einmal alle Follower weg – wobei ja weiterhin unklar war, wie viele es eigentlich waren.

Als Fazit bleibt: Aktuell versage Apple Music Connect als soziales Netzwerk kolossal. Im Moment sei es eher wie eine Pinnwand als ein Ort, an dem sich Künstler und Fans austauschen können. Aktuell ergebe es auch keinen Sinn, bei Apple Music Connect zu posten und das Ganze dann über Twitter zu teilen – Apple Music Connect habe an sich einfach nichts Einzigartiges.

Es gebe allerdings auch Lichtblicke: Interessant an Apple Music Connect sei, dass Künstler viele verschiedene Inhalte wie Lieder, Demos, Fotos und Videos posten können. Airplane Mode habe es sogar einmal geschafft, dass ein Musikvideo auf der Startseite von Apple Music zu sehen war. Da Apple aber nicht verrät, wie es Apple Music moderiert, habe die Band keine Ahnung, wie das möglich war.

Leider habe Apple seine ursprüngliche Kritik nicht umgesetzt, so Wiskus. Auch habe er seit der Mail von Reznor nichts mehr von Apple gehört. Er habe fast das Gefühl, dass Apple Music Connect ein verlassener Ort sei. Er habe zwar immer noch Hoffnung, aber bald müsse sich etwas tun.

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