Taylor Swift schreibt offenen Brief über Apple Music - und Apple lenkt ein

Florian Matthey 11

Ein voller Erfolg für die Künstler um Taylor Swift: Die Sängerin kritisierte Apple in einem offenen Brief dafür, in den drei kostenlosen Apple-Music-Monaten kein Geld an Interpreten zu zahlen. Prompt hat Apple eingelenkt.

Taylor Swift schreibt offenen Brief über Apple Music - und Apple lenkt ein

Apple Music wird nicht kostenlos sein; 9,99 beziehungsweise 14,99 Euro sollen Kunden monatlich für einen Einzel- oder Familienvertrag bezahlen. Das ist auch Taylor Swift nicht entgangen, die als große Kritikerin von Spotify gilt: Die Künstlerin bietet ihre Musik nicht bei dem Streaming-Dienst an, da der Großteil der Benutzer dort die kostenlose, werbefinanzierte Option wählt. Nach Auffassung Swifts entwertet das die Musik.

Allerdings wird Apple Music zunächst ebenfalls kostenlos sein: Neukunden sollen den Dienst für drei Monate kostenlos ausprobieren können, erst dann wird die monatliche Gebühr fällig. Dagegen hat auch Taylor Swift nichts; sie freut sich über Apples Vorstoß, bezahlte Streaming-Musik zum Erfolg verhelfen zu wollen. Allerdings kritisiert sie in ihrem offenen Brief die Modalitäten des kostenlosen Streamings.

Apple nimmt in den ersten drei Monaten kein Geld von den Kunden - und wollte bislang auch kein Geld an Künstler weitergeben. Deshalb entschied sich Taylor Swift, ihr Album „1989“ nicht bei Apple Music anzubieten. Sie tue dies nicht, weil sie selbst mehr Geld wolle; sie habe nach der Veröffentlichung ihres fünften Albums mittlerweile genug Geld verdient um sich, ihre Band, Crew und so weiter zu finanzieren. Es gehe ihr aber um junge, aufstrebende Künstler, die vielleicht gerade einen ersten Erfolg feiern - und dann von Apple Music für diesen Erfolg nichts bekommen.

Swift lobt Apple als Firma, die in der Vergangenheit sehr großzügig gegenüber Künstlern gewesen sei. Allerdings gebe es viele Künstler, die mit den Modalitäten von Apple Music nicht zufrieden seien - sich aber nicht trauten, an die Öffentlichkeit zu treten. Daher fordert Swift Apple stellvertretend für diese Künstler dazu auf, die Interpreten auch in den drei kostenlosen Monaten zu bezahlen. Immerhin wollten die Künstler von dem Unternehmen keine kostenlosen iPhones, so dass sie selbst auch nicht umsonst arbeiten wollten.

Den offenen Brief hat Swift erst gestern veröffentlicht - und prompt hat Apple reagiert: Via Twitter verkündete Eddy Cue, Apples Senior Vice President für Internet-Software und -Dienste, dass das Unternehmen die Anfrage von Swift und Indie-Künstlern erhört habe. Apple werde sie auch in der kostenlosen Probephase von Apple Music für ihre Musik bezahlen. Den ersten Tweet beendet Cue mit „Love, Apple“ - Swift hatte ihren offenen Brief wiederum mit der Überschrift „To Apple, Love Taylor“ versehen. Für die Künstlerin und ihr Anliegen war die Aktion ein voller Erfolg.

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