Nach einem EuGH-Urteil von Anfang Mai 2014 sind Suchmaschinenanbieter verpflichtet, Links zu Webseiten mit persönlichen Daten auf Anfrage zu löschen. Damit Betroffene ihr neues Recht auf das Löschen der Links wahrnehmen können, hat Google ein Löschformular für bestimmte Suchtreffer eingerichtet.

 

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Nun zieht Microsoft nach und bietet auch für Bing ein Löschformular für Anträge zum Entfernen von Suchergebnissen mit persönlichen Daten an.

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„Recht auf Vergessen“: Bing Löschantrag

Die Funktionalität und der Aufbau von Bings Löschformular unterscheidet sich kaum von Googles Variante. Bei Microsoft müsst ihr noch angeben, ob ihr eine „Person des öffentlichen Lebens“ seid oder eine „außerordentliche Position in der Gesellschaft“ innehabt, also z. B. Lehrer, Polizist oder Arzt seid. Diese Angaben sind für die Durchführung des Löschantrags wichtig, immerhin dürfen laut EuGH-Urteil nur Suchergebnisse mit Verweis auf Klarnamen gelöscht werden, wenn kein öffentliches Interesse an der gelisteten Information besteht.

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Hier geht es zum Löschantrag bei Bing

Suchmaschinenanbieter, sei es Google, sei es Microsofts Bing, müssen bei jedem Löschantrag aufs Neue abwägen, ob das „individuelle Interesse am Schutz der Privatsphäre“ dem „öffentlichen Interesse an freier Meinungsäußerung und freier Verfügbarkeit von Informationen“ gegenübersteht. Wer demnach das Bing Löschformular absendet, darf sich noch nicht sicher sein, ob entsprechende Links auch tatsächlich aus den Suchergebnissen entfernt werden. Darüber hinaus werden über das Löschformular nur Ergebnisse in den Suchmaschinen entfernt. Das eigentliche Suchergebnis, also die Webseite mit der entsprechenden Information, bleiben weiterhin im Netz aufrufbar.

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Die Nachfrage nach einem Löschformular für Links mit persönlichen Daten besteht, ist nicht von der Hand zu weisen. Einige Wochen nach dem Gerichtsurteil hatte es Anfang Juli bereits 70.000 Anträge und das Beanstanden von insgesamt 267.000 Links alleine bei Google gegeben. Bing zieht nun mit einem eigenen Löschantrag nach, Yahoo bastelt hingegen noch an einer Lösung.

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