Der Fall Flickr: Wenn Nutzer sich sinnlos aufregen

Kamal Nicholas 4

Derzeit regen sich Flickr-Nutzer darüber auf, dass Besitzer des Online-Fotodienstes Yahoo deren Bilder verkauft, sie davon aber keinen Cent sehen. Allerdings sollten die Nutzer sich wenn überhaupt nur über sich selbst aufregen.

Der Fall Flickr: Wenn Nutzer sich sinnlos aufregen

Natürlich ist die Empörung groß, wenn ein anderes Unternehmen Geld mit der eigenen Arbeit macht, ohne dass man davon seinen eigentlich wohl verdienten Anteil sieht. Allerdings sollte man vor einem lauten Aufschrei überprüfen, ob das Gemecker denn angemessen ist oder ob man selbst auch eine solche Situation hätte vermeiden können. Im Falle Flickr scheint nämlich genau das der Fall zu sein.

Wer seine Bilder über den Fotodienst anbietet, der von Yahoo übernommen wurde, kann seine Bilder dort unter der Creative Commons- Lizenzen anbieten. Dabei hat jeder Urheber die Möglichkeit, verschiedene Nutzungsrechte für seine Inhalte anzubieten. Mehr Informationen zu der CC-Lizenz findet ihr hier.

Nun haben Flickr-Nutzer auch die Möglichkeit auszuwählen, dass andere die eigenen Bilder kostenlos verwenden dürfen. Und  zwar auch zu kommerziellen Zwecken. Tja, und genau damit beginnt Flickr nun und bietet Interessierten Kunden über 50 Millionen Fotos der eigenen Community an, die auf Poster und Leinwände gedruckt werden. Natürlich möchte Flickr damit Geld verdienen und so kosten diese Bilder zwischen 17,40 Dollar und 89,40 Dollar. Wer eine CC-Lizenz mit erwähntem Nutzungsrecht ausgewählt hat, verdient nichts. Wieso auch? Sie haben ja eingewilligt, ihre Arbeit auch zu kommerziellen Zwecken KOSTENLOS anzubieten.

flickr

Neben den Bildern mit CC-Lizenz finden sich im Flickr-Marktplatz außerdem auch Werke ausgewählter Fotografen, die aufgrund einer anderen Lizenzvereinbarung entlohnt werden und die 51% des Umsatzes erhalten.

Wie das im Netz aber ja gerne so ist, regen sich die „Betrogenen“ (die ja aber freiwillig eingewillgt haben)  nun lauthals auf und drohen mit harscher Kritik (wie etwa, dass dieses Verhalten „parasitär“ sei), der Drohung, Flickr zu verlassen, oder – Himmel hilf – die Lizenzierung der eigenen Fotos zu ändern.

Natürlich entspricht der Vorgang seitens Flickr sicherlich nicht dem Creative Commons-Gedanken, letzten Endes hat aber ja jeder Nutzer die Möglichkeit, genau das für ihn passendste Modell der CC-Lizenz auszuwählen.

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Quelle: The Daily Dotm, Flickr

 

 

 

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