Apple Maps: Apple wirbt Google-Mitarbeiter für Kartendienst ab

Philipp Süßmann 18

Es sollte der Befreiungsschlag von Google Maps werden, doch der Start von Apple Maps lief katastrophal: Pannen über Pannen verärgerten die User und amüsierten die Spötter. Apple muss nachbessern und holt sich dazu Hilfe von der direkten Konkurrenz.

Da können sich die Apfel-Fans drehen und wenden, wie sie wollen: Der Start von Apples hauseigenem Map-Service Apple Maps war ein beispielloses Desaster: Routenplanung über Flughafen-Rollfelder, schwere Darstellungsfehler in verschiedenen Zoomstufen und teilweise völlig veraltete oder schlichtweg falsche Ortsinformationen – bei Apple Maps jagt eine Panne die nächste und sowohl die Presse als auch die Netzgemeinde schüttete in den letzten Tagen reichlich Häme über Apple aus. Das iPhone 5 verkauft sich zwar trotz der PR-Panne blendend, aber die Karten-Pleite kann Apple natürlich nicht auf sich sitzen lassen und muss schleunigst nachbessern. Dabei sollen jetzt ausgerechnet ehemalige Mitarbeiter des größten Konkurrenten behilflich sein. Wie TechCrunch berichtet, soll Apple aggressiv um Mitarbeiter von Google Maps werben.

Quellen verraten, dass Apple Recruiter ausgeschickt hat, um Fachkräfte aus der Branche und vor allem mit Erfahrung bei Google Maps für sich zu gewinnen. Viele scheinen dem auch gar nicht abgeneigt, denn die Herausforderung, eine neue Plattform aufzubauen, sei für viele einfach sehr viel spannender, als ein bereits rund laufendes System mit Updates zu versorgen. Laut Berichten soll man sich bei Google Maps im Moment eher auf Bereiche konzentrieren, die mit dem traditionellen Map-Building im Geodaten-Bereich eher wenig zu tun haben (dazu gehört unter anderem auch die Navigation innerhalb von Gebäuden). Da werden die entsprechenden Fachkräfte schnell gelangweilt.

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Und klar, das liebe Geld spielt natürlich auch eine Rolle: Apple lässt sich nicht lumpen und lockt die Map-Spezialisten mit entsprechend guten Angeboten. Die TechCrunch-Quelle berichtet sogar von einem ehemaligen Google-Maps Projektleiter, der von Apple nicht nur ein fürstliches Gehalt, sondern sogar seinen kompletten Umzug von der Ost- an die Westküste gezahlt bekommt. Fairerweise muss man noch sagen, dass dieses aggressive Recruitment nicht erst abläuft, seit die Probleme bei Apple Maps öffentlich geworden sind, sondern schon seit Monaten im Gange ist. Gute Fachkräfte sind immer gefragt und wer die besten Leute hat, hat auch das beste Produkt.

Klar ist, dass Apple sich mit der Operation Apple Maps zuviel zugemutet hat und eine Software auf den Markt geworfen hat, die für die Veröffentlichung eindeutig noch nicht reif war. Hilfe von erfahrener Seite kann man in Cupertino also gut gebrauchen. Ob man es bei Google so gerne sieht, dass erfahrene Ex-Mitarbeiter jetzt zur direkten Konkurrenz rübermachen, wurde bisher nicht kommentiert. Der Aufholbedarf, den Apple momentan noch hat, ist allerdings gravierend. Bis Apple Maps mit Google Maps gleichziehen kann, vergeht sicher noch einige Zeit. Bis dahin wünschen wir natürlich allen Ex-Google und Jetzt-Apple-Mitarbeitern alles Gute für die neue Herausforderung!

[via WinFuture, außerdem danke an unseren Leser und Tippgeber Daniel!]

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