Google Maps: So kam der Piesel-Androide in den Kartendienst

Jan Hoffmann 2

Vor wenigen Tagen sorgte ein auf das Apple-Logo urinierendes Android-Maskottchen für Aufsehen. Doch wie kam es eigentlich zu dieser kleinen Apple-Seitenhieb in Googles Kartendienst „Maps“? Wie sich nun herausstellte, ist zumindest Google selbst nicht dafür verantwortlich, sondern vielmehr einige Nutzer.

Google Maps: So kam der Piesel-Androide in den Kartendienst

Rückblick: Wer vergangene Woche das digitale Kartenmaterial von Pakistan unter den Koordinaten 33°30’52.5″N 73°03’33.2″E öffnete, wurde von einer großen Grünfläche in Form des Maskottchens überrascht, das auf das Logo der großen Konkurrenz aus Cupertino uriniert. Schnell machte die Abbildung in Google Mals im Netz die Runde, ebenso wie die Vermutung, Google könnte den urinierenden Androiden implementiert haben, um Apple einen kleinen Seitenhieb zu verpassen, wie es manche konkurrierende Hersteller bekanntlich gerne untereinander tun.

Dem ist jedoch nicht so, wie nun bekannt wurde. Der Suchmaschinenriese verweist dabei auf das Google Maps-eigene Tool „Map Maker“, mit dem Nutzer mit nur wenigen Handgriffen Teile von Landstrichen verändern können, um Google bei der Vervollständigung des Kartenmaterials unter die Arme zu greifen. Wird eine Veränderung über den Map Maker eingereicht, so benötigt diese vor Veröffentlichung die Zustimmung von anderen Nutzern sowie von einem zuständigen Google-Team. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass sich Nutzer auf diesem Wege einen Scherz erlaubt haben: Eine Woche zuvor wurde dem Whistleblower Edward Snowden beispielsweise kurzzeitig ein Büro im Weißen Haus eingerichtet.

Für das Android-Maskottchen ist allem Anschein nach Maps-Maker-Nutzer nitricboy verantwortlich, der das Bild portionsweise in Google Maps einbaute und auf diesem Wege unter dem Radar flog. Neben dem pieselnden Androiden hat er unter anderem auch das Skype-Logo in den Kartendienst eingeschmuggelt. All seine „Werke“ sind mittlerweile verschwunden, können auf seinem Map Maker-Profil aber noch betrachtet werden.

Google-Maps-Skype

Google hat inzwischen bereits angekündigt, künftig schärfere Kontrollen für eingereichte Veränderungen über den Map Maker durchzuführen, um etwaige Scherze in Zukunft komplett zu unterbinden. Ob Google dies gelingt, oder ob wir bald weitere unangemessne Bilder in Googles Kartendienst vorfinden, bleibt zunächst abzuwarten.

Quellen: Gawker, The Washington Post, Team AndroidAhmad Babar

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