Google Music: Ohne Beta, mit Store und Sharing -- nur nicht für uns [Update]

Daniel Kuhn 14

Der Google Music Event ist vorbei – Google Music ist keine Beta mehr. War ja zu erwarten. Ebenso war abzusehen, dass der Dienst vorerst nur in den USA verfügbar sein wird. Insgesamt gab es also keine großen Überraschungen – diese fassen wir aber trotzdem für euch zusammen. Der Vollständigkeit halber und weil der Dienst ja vielleicht doch eines schönen Tages den Weg zu uns finden wird.

Google Music: Ohne Beta, mit Store und Sharing -- nur nicht für uns [Update]

Wie zu erwarten war, bleibt Google Music kostenlos – wenn auch vorerst nur US-Bürger Zugang zu dem Dienst haben werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit bis zu 20.000 eigene Songs hochzuladen – ebenfalls kostenlos. Zudem gibt es ab sofort im Android Market auch die Music-Rubrik, die wir ja bereits von den kürzlich geleakten Screenshots kennen.

Hier können Songs nicht nur gekauft, sondern sollen auch entdeckt werden – dabei solle eine 40 bis 90 Sekunden lange Preview-Funktion sorgen. Außerdem wird neben den üblichen Kategorien (Top Künstler, Top Song, Genre und so weiter) auch jeden Tag ein kostenloser Song angeboten und es wird Künstler des Monats geben, die gesondert gefeatured werden.

Am leichtesten lässt sich Musik jedoch durch direkte Empfehlung von Leuten entdecken, die man kennt und deren Geschmack man vertraut. Dafür gibt es die Möglichkeit, gekaufte Songs und Alben auch über Google+ zu teilen, so dass jeder, der sich in dem erwählten Circle befindet diese einmal in voller Länge hören kann.

Man kann die Songs aber auch auf seinen Computer runterladen wodurch der Dienst quasi als Cloud-Backup der eigenen Sammlung fungiert. Die Songs in Google Music liegen übrigens alle als 320KBps MP3 vor, so dass sie auch tatsächlich gut klingen. Inzwischen wurden sowohl der Web-Player als auch die Android-App aktualisiert. Letztere könnt ihr direkt bei uns runterladen:

Download: Google Music 4.0.9

Google Music 4.0.9 qr code

Mit Universal, EMI und Sony Music sind drei der vier großen Major Labels am Bord. Warner Music fehlt leider, so dass die entsprechenden Künstler bei Google Music nicht zu finden sein werden. Dafür hat Google aber über 1.000 Indie-Labels auf seine Seite gezogen, die für genug Abwechslung sorgen sollten.

Es wird zudem exklusive und kostenlose Music von einigen großen Künstlern wie Pearl Jam, Rolling Stones, Busta Rhymes, Shakira und der Dave Matthews Band geben. Es sollen später natürlich noch mehr folgen.

Neben diesen großen etablierten Künstlern wird Google aber den Schwerpunkt auf Independent-Musiker legen und diesen eine Plattform bieten, um ihre Musik selber vermarkten zu können. Dafür wird es Artist-Pages geben, auf denen neben einer Biographie die eigene Musik hochgeladen werden und mit einem eigenen Preis versehen werden kann. Außerdem kann festgelegt werden, wie lang das Preview sein soll (zwischen 40 Sekunden und voller Länge) und es können auch YouTube Videos und Bilder hinzugefügt werden. Um sich eine solche Seite anzulegen muss man einmalig 25 Dollar bezahlen – vergleichbar mit der Gebühr für App-Entwickler im Android Market. Danach gehen 70% der Einnahmen direkt an den Künstler, der Rest geht an Google. Leider ist auch diese Funktion bisher nur amerikanischen Künstlern vorbehalten, was in meinen Augen extrem schade ist.

Wer sich nun übrigens noch fragt, was die Veranstaltung mit T-Mobile zu tun hatte, deren Logo auf den Einladungen zu sehen war – amerikanische Kunden des Magenta-Providers werden sich zukünftig über exklusive Tracks sowie die Möglichkeit, Musik über die Mobilfunkrechnung abzurechnen freuen.

Alles in allem also eine nette Veranstaltung ohne Überraschungsmoment und mit der erwarteten Limitierung auf amerikanischen Boden. Auch wenn man sich über Proxy Server bei Google Music anmelden und den Dienst auch hierzulande nutzen kann, hätten wir uns sehr über die Einkaufs- und Sharing-Funktion gefreut. Aber in dem Bereich sieht es auch bei den Konkurrenten Apple und Amazon momentan noch nicht besser aus.

[Update] Wer den kompletten Event -- naja fast, die Live-Auftritte fehlen -- noch mal sehen möchte, findet hier den Stream:

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