Tapsnake: Keine Panik vor der Trojaner-Warnung!

Kristina Kielblock 1

Bis 2010 konnte man im Google Play Store die Spiele-App Tapsnake herunterladen. Diese App ist aktuell nicht mehr erhältlich und wird es höchstwahrscheinlich auch nie mehr sein. Symantec hatte Tapsnake seinerzeit als Trojaner eingestuft, aber es ist kein Virus oder Trojaner, den ihr euch indirekt einfangen könnt - die App muss bewusst heruntergeladen werden! Hier findet ihr die Erklärung, warum euch dennoch eine Tapsnake-Trojaner-Warnung angezeigt wird. 

Tapsnake ist abgekupfert vom Android-Klassiker Snake und bietet auch keine anderen spielerischen Herausforderungen. Der russische Android-Programmierer Max Lifschin hat den Vorwürfen, er hätte einen Trojaner entwickelt, entgegengehalten, die integrierten Überwachungsfunktionen seien für Eltern, insbesondere Mütter gedacht, die wissen wollen, wo sich ihre Kinder aufhalten. Dies sei auch der Grund, warum in der Beschreibung im Google Play Store dieses Überwachungsfeature nicht erwähnt wird: damit die Kinder nicht wissen, dass ihre Eltern wissen wollen, wo sie sind.

Wer also seine GPS-Daten gerne auf einen russischen Server auslagern wollte, hatte mit Tapsnake die richtige App auf dem Handy! Alle anderen können beruhigt das Original herunterladen und entspannt eine Runde spielen.

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Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Tapsnake: Seit 2010 vom Google Play Store verbannt

  1. Tapsnake ist nicht mehr im Google Play Store erhältlich und das schon seit 2010.
  2. Es ist also mehr als unwahrscheinlich, dass ihr die Tapsnake-App auf eurem Handy habt.
  3. Ganz ausdrücklich: Die App installiert sich nicht von alleine - wenn ihr euch an nichts diesbezügliches erinnern könnt und auch keine App mit diesem Namen in eurer App-Verwaltung auf dem Smartphone finden könnt, ist sie auch nicht drauf!

Lifschin hatte seiner Zeit beklagt, dass es ihn sehr traurig stimme, dass die Enthüllungen von Symantec und der Ausschluss aus dem Google Play Store, ihn so unberechtigt seiner Einkommensquelle beraubt hätten. In Wirklichkeit hätte er es nur gut gemeint und sei um die besorgten Mütter bemüht. Äußerst fadenscheinig, aber dabei kann man es trotzdem belassen, denn von seiner fürsorglichen Spiele-App droht niemandem mehr Gefahr.

Tapsnake: Das verbirgt sich hinter der Trojaner-Warnung

Mindestens seit Ende 2013 ist Tapsnake wieder viral - allerdings nicht als Spiele-App, sondern als gefakte Viruswarnung. Es spielt sich immer gleich ab: plötzlich ploppt ein Fenster auf und teilt euch mit, dass auf eurem Mobilgerät ein Trojaner entdeckt wurde.

Tapsnake

Gleichzeitig wird euch vorgeschlagen, die schädliche Software sofort zu entfernen, indem ihr auf OK klickt und dann eine ebenso gefakte Anti-Virus-Software herunterladet, die sich in den meisten Fällen als schädliches Programm erweist, das seinerseits tatsächlich dringend entfernt werden muss. Es handelt sich um Scareware:

  • Hier wird eure Angst ausgenutzt: Anbieter solcher Seiten setzen darauf, dass ihr in Anti-Trojaner-Panik unbedacht handelt und damit dem Download unbekannter Software zustimmt.
  • Es wurden Test mit fabrikneuen Mobilgeräten gemacht, und auch auf diesen wurden die gefakten Warnungen angezeigt: Sie haben keinen realen Hintergrund! Das wird auch daran deutlich, dass die Warnung auch auf Apple-Geräten angezeigt wird, obschon Tapsnake für iOS-Betriebssysteme gar nicht existiert.
    Tapsnake
    Wenn eine solche Meldung erscheint, entspannt euch und macht einfach gar nichts bzw. verlasst die betreffende Seite, denn sie ist nicht seriös und die Meldung hat überhaupt nichts mit den Inhalten auf eurem Smartphone zu tun.

Solltet ihr einem gefakten Download auf den Leim gegangen sein und habt jetzt wirklich schädliche Software auf dem Rechner, solltet ihr jetzt nachlesen, wie man Scareware entfernt und mit solcherlei Schrecken im Internet umgeht.

Logo-Quiz: Erkennt ihr die Smartphone-App allein am Icon?

Kennt ihr Apples Appstore und Googles Play Store in- und auswendig? Installiert ihr nahezu jede neue App, die auch nur einen Hauch Innovation versprüht oder euch etwas Neues bieten könnte? Dann sollte man geradezu durch dieses Quiz hindurch segeln. Benutzt ihr euer „Telefon“ aber nur zum SMS-schreiben und Anrufen, dürftet ihr vor einer wahren Herausforderung stehen. Teste euch selbst und findet heraus, wie viele...

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