Google-Steuer: In Italien sollen Multikonzerne zur Kasse gebeten werden

Jonas Wekenborg 1

Die großen US-amerikanischen Firmen wissen, wie man in Europa Steuern spart. Dem möchte Italiens Regierung nun mit einer „Google-Steuer“ entgegenwirken, die den Suchmaschinenriesen im Land von Pizza und Pasta zur Kasse bitten soll.

Google-Steuer: In Italien sollen Multikonzerne zur Kasse gebeten werden

Es ist keine überraschende Meldung, dass große US-amerikanische Konzerne wie Apple, Google, Amazon oder Starbucks in Europa steuerlich besser dastehen als andere Firmen, die ihren Hauptsitz hier haben. Natürlich sorgt eine solche Reduzierung der Steuerlasten der Konzerne schnell für Empörung. Daher haben sich die schuldengeplagten Italiener nun etwas gedacht.

Mit einer sogenannten „Google-Steuer“ will man die Betreiber der Suchmaschine, aber auch Yahoo! und Amazon zur Kasse bitten und Haushaltslücken schließen. Immerhin erwartet sich die Mitte-Links-Partei PD davon eine Finanzspritze von mindestens 1 Milliarde Euro pro Jahr.

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Es sei nicht akzeptabel, dass Online-Firmen in Italien erwirtschaftete Einnahmen zu niedrigen Sätzen im Ausland versteuerten, so Francesco Boccia, Vorsitzender des Haushaltsausschusses.

So sollten Internet-Multis in Italien künftig nur noch über eine einheimische Agentur (natürlich steuerlich angemeldet) ins Netz gelangen, um dort zu werben und zu verkaufen.

< Francesco Boccia

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Google auf Deutsch umstellen - so wird's gemacht.

US-amerikanische Internetriesen zahlen weniger Steuern

Multinationale Konzerne sorgen in Europa bereits seit längerem für Unmut, nutzten sie doch Lücken im System, um sich über Niederlassungen in Irland, Niederlande oder Luxemburg immense Steuereinsparungen zu gönnen. Die Gesetzgebung hat dafür bisher noch keine wirksame Lösung gefunden, doch plant die EU seit September 2013, neue Steuer-Gesetze für diese Länder zu überdenken.

Quelle: La Repubblica

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