elgooG: Google rückwärts - Suchmaschine steht Kopf

Martin Maciej

elgooG klingt im ersten Moment wie ein sinnfreies Fantasiewort – tatsächlich handelt es sich dabei um eine Mirror-Version der bekanntesten Suchmaschine der Welt. Das heißt: elgooG ist Google nur spiegelverkehrt, also rückwärts geschrieben. Nur ein Scherz? Oder hat elgooG einen tieferen Sinn? In diesem Artikel bringen wir Licht ins Dunkel.

Video: Google App – Ok, Google

Google App: Ok, Google...
Die Suchmaschine Google ist eine der bekanntesten – wenn nicht sogar die bekannteste – Webseite der Welt, aber auch immer wieder für einen Lacher gut. Von Google selbst gibt es zahlreiche versteckte Easter Eggs, die ihr durch Eingabe von bestimmten Begriffen in die Suchmaske freischaltet. Daneben veröffentlicht Google in unregelmäßigen Abständen die Doodle, die mit meist witzigen Animationen an wichtige Persönlichkeiten und Ereignisse erinnern. Aber auch von anderen wird Google gerne auf die Schippe genommen – unter den zahlreichen Gags rund um Google sticht ein Kandidat besonders hervor: elgooG.

elgooG: Google rückwärts und gespiegelt

elgooG ist im Prinzip ein recht simpler Witz: Dabei handelt es sich einfach um die spiegelverkehrt geschriebene Version des Wortes Google und der dazu passenden Webseite – eine Spiegelwebseite der ganz besonderen Art also. Normalerweise werden solche Mirror-Sites (Mirror, engl: Spiegel) eingerichtet, wenn eine Seite so viele Besucher hat, dass der Server überlastet wird. Mit dem Mirror werden dann die Inhalte der Seite auf einem anderen Server gespiegelt – die Besucher werden umgeleitet und entlasten die eigentliche Seite.

elgooG treibt dieses Prinzip auf die Spitze: Die Seite spiegelt nicht nur den Inhalt von Google – also die Suchfunktion – sondern das gesamte visuelle Layout. Will heißen: Alles erscheint verkehrt herum. Das Google-Logo, die Buttons und natürlich auch die Wörter, die man in die Suchmaske eingibt. Das sieht dann ungefähr so aus:

elgooG

Man beachte: Auch Begriffe, die man in das Suchfeld eingibt, werden gespiegelt. Aus dem iPhone 7 wird dann beispielsweise der folgende Buchstabensalat.

elgooG iPhone 7

Die Ergebnisse tauchen selbstverständlich ebenfalls gespiegelt auf, was die Suche natürlich nicht gerade erleichtert. Klickt man auf einen der Listen-Einträge ist der Spaß dann aber vorbei und die Seite wird“richtigherum“ angezeigt. Das ist ungefähr zwei Minuten ganz witzig, danach stellt man sich die Frage: Was soll das Ganze eigentlich? Wer ein wenig nachforscht, stellt fest, dass elgooG tatsächlich einen tiefern Sinn hat – auch wenn das eigentlich gar nicht beabsichtigt war.

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Google auf Deutsch umstellen - so wird's gemacht.

elgooG: Suchmaschine für Legastheniker?

elgooG ist kein „offizielles“ Easter Egg von Google, das heißt die Betreiber des „echten“ Google haben nichts mit der Spiegelversion zu tun. Erfunden wurde elgooG von dem Satire-Portal „All Too Flat“ Anfang der 2000er Jahre. Richtig bekannt wurde das Projekt erstmals 2002 : Die chinesische Regierung hatte im Zuge umfassender Zensur-Maßnahmen gerade mal wieder Google gesperrt, dabei aber die Rechnung ohne elgooG gemacht: Über den Spiegel-Server konnten die Chinesen in der Folgzeit die offizielle Google-Seite erreichen. Den Sittenwächtern entging lange Zeit die Existenz von elgooG – auf gewisse Weise leistete die Seite damit einen Beitrag zur Völkerverständigung im Internet.

Inzwischen ist die erste Version von elgooG nicht mehr online. Stattdessen gibt es mehrere Seiten, die eine gespiegelte Version von Google anbieten. Schaut euch die folgenden inoffiziellen Mirrors an:

Google selbst will übrigens immer noch nichts von dem Spiegel-Server wissen. Als man sich vor mehreren Jahren mit der Bitte ans Google-Hauptquartier wandte, ob man nicht T-Shirts mit dem elgooG-Aufdruck herstellen und verkaufen dürfte, um die Betriebskosten wieder einzufahren, war man bei Google alles andere als begeistert. Die Antwort aus Mountain View: Ein rigoroses „Nein“.

Lest bei uns auch, was Google wirklich ist.

Bildquellen: elgoog.se, Maglara / Shutterstock.com

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