Duke Kahanamoku: Ein Brett für den Father of Surfing - Google-Doodle zum 125. Geburtstag

Kristina Kielblock

Heute surft ihr mit etwas Fantasie und der Google-Suche auf der perfekten Welle nach Hawaii! Von den Missionaren als gottloser Müßiggang verdammt, ging die alte hawaiianische Tradition des Wellenreitens fast verloren. Duke Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku - The Big Kahuna - ist es zu verdanken, dass das „he’e nalu“ im 20. Jahrhundert doch noch weltweite Verbreitung fand. Zu seinem 125. Geburtstag bekommt der Olympionike aus zwei Kulturen ein Google-Doodle.

Aiga Rasch, Cristofori, Tsuburaya, Mercator, Inge Lehmann, Kandinsky, Planck, John Venn, Nikki de Saint Phalle, Mandela, Hannah ArendtTolstoi, Tiepolo, Anna Atkins oder Volta: Die grafische Verfremdung auf der Startseite der beliebtesten Suchmaschine der Deutschen erinnert immer wieder an den Geburtstag von Persönlichkeiten, die Großartiges und Außergewöhnliches geleistet haben.

Heute am 24.08. 2015 wird diese Ehrung Duke Kahanamoku zuteil, denn der Begründer des modernen Wellenreitens - auf hawaiisch he’e nalu bzw. englisch surfen - wäre heute 125 Jahre alt geworden.

Die Ursprünge des Wellenreitens liegen weit zurück

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Google auf Deutsch umstellen - so wird's gemacht

Die Kunst des Wellenreitens gehört nach Meinung von Archäologen zu einer der ältesten Sportarten der Welt. Nach ihren Schätzungen wurde es schon vor mehreren tausend Jahren auf Tahiti bzw. Hawaii von den polynesischen Natives erfunden und perfektioniert. Während es wahrscheinlich zunächst ein allgemeines Vergnügen war - die genauen Ursprünge liegen im Dunkeln - kam es auf Hawaii nur privilegierten Personen der oberen Klassen an bestimmten Stränden zu, sich dem Reiten auf den Wellen hinzugeben - ein königlicher Spaß sozusagen.

Gesänge und Gebete können davon zeugen, dass die Surfer sehr hohes gesellschaftliches Ansehen genossen und einen besonderen Status innehatten. Auch der Bau der Bretter war ritualisiert und folgte klaren Regeln: nur drei Baumarten durften dafür verwendet werden, der Baum wurde von Medizinmännern ausgewählt und das Brett nur von ausgewählten Stammesangehörigen geschnitzt. Mitglieder niederer Klassen war das Wellenreiten streng verboten - Zuwiderhandlungen konnten mit dem Tode bestraft werden.

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Die Kultur der Hawaiianer war eng mit der Natur und besonders mit dem Meer verbunden, so standen mehrere hundert Begriffe auf Hawaiianisch zur Verfügung, um Wasser und Wellen zu beschreiben und in diesem Rahmen kam dem Wellenreiten auch eine große spirituelle Bedeutung zu.

Nach dem Wellenreiten ist vor dem Surfen - Missionare zerstören gottloses Kulturgut

  • 1778 landete der Kapitän und Entdecker James Cook auf Hawaii. Seine Entdeckung hatte schlimme Folgen für das bisherige Leben der Polynesier - nicht nur was das Surfen betraf.
  • 1819 starb der König Kamehameha I. Seine Leistungen beim Surfen wurden auch noch Jahrzehnte nach seinem Tod besungen, das Ende der traditionellen Aktivität wurde aber etwa zu dieser Zeit eingeleitet.
  • Nach der Abschaffung der bis dato geltenden Tabu-Gesetze brach das hawaiianische System mehr und mehr zusammen und das Christentum gewann an Macht.
  • 1823 wurde das Wellenreiten, das von Männern und Frauen gemeinsam und nackt ausgeübt wurde von den christlichen Missionaren verboten. Das Wellenreiten war für die gottesfürchtigen Europäer eine unsittliche und heidnische Zeitverschwendung. Auch die Verehrung des Meeres als Gottheit im Rahmen einer Naturreligion wurde als Sünde betrachtet.
  • Die kulturelle Einbindung des Wellenreitens ging schnell verloren und bereits 1829 war der Sport aus nahezu allen Bereichen Hawaiis und Polynesiens verschwunden.
  • Am 24. August 1890 wird Duke Kahanamoku in Honolulu geboren. Er starb dort im Jahre 1968 am 22. Januar.

Duke Kahanamoku 125. Geburtstag Google Doodle 24_08_15 Surfer in Indonesien

Duke Kahanamoku bringt das Wellenreiten in die Welt zurück

1908 wurde der erste hawaiianische Surfclub gegründet und die Rückkehr einer fast vergessenen kulturellen Errungenschaft eingeläutet. Schon der junge Duke besann sich auf die alten Traditionen seiner Vorfahren und erprobte sich im Bau hawaiischer Olo-Bretter. Weltweit prominent wurde Kahanamoku allerdings durch seine Fähigkeiten als Schwimmer, denn er konnte sich 1912 für die Olympiade qualifizieren. Es folgten einige Medaillen:

Duke kahanamoku am beckenrand

  1. 1912 gewann er in Stockholm die Goldmedaille in 100 Meter Freistil und die Silbermedaille mit der Staffel.
  2. 1920 in Antwerpen holte er Gold über 100 Meter Freistil.
  3. 1924 konnte er sich eine Silbermedaille auf 100 Meter in Paris erkämpfen.

Auf seinen Reisen zu Schwimmvorführungen durch die USA und Australien brachte Kahanamoku auch sein „papa nui“ mit und faszinierte die Welt, indem er damit geschmeidig auf den Wellen glitt. Die fast ausgestorbene Sportart kam zu einer verdienten Renaissance - und eroberte Sportlerherzen an den Stränden der ganzen Welt. Duke Kahanamoku war ein charismatischer und talentierter Sympathieträger - ein Waikiki Beach Boy - der auch mit zahlreichen Auftritten in Hollywood-Filmen zur neuen Popularität des Wellenreitens maßgeblich beitrug. Die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts brachten dann den Super-Surf-Boom. Mit dem Sport wurde nicht nur Einklang mit der Natur, sondern auch ein bestimmter Lebensstil, der nach Freiheit strebte, verbunden.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

Duke Kahanamoku 125. Geburtstag Google Doodle 24_08_15 Reichweite

Die Anteil von Natives in der Bevölkerung Hawaiis beträgt nur noch 6%. Wie in anderen Teilen der Welt auch, kämpfen die Nachfahren der ursprünglichen Bewohner in den jeweiligen Regionen um Respekt, Akzeptanz und den Erhalt ihrer Kultur und Sprache.

Eine satirische Auseinandersetzung mit der kolonialistischen Vergangenheit und Gegenwart von Hawaii findet ihr in der South Park Folge We`re From Hawaii? / Urlaub mit Kenny und Butters die ihr in deutsch und englisch legal online streamen könnt.

butters eltern auf hawaii satire zu den ureinwohnern

Zehn Dinge, die Europäer von Ureinwohnern übernommen haben

  • Kakao
  • Mais und Popcorn
  • Kartoffeln
  • Wellenreiten
  • Föderalismus (Irokesen)
  • Kaugummi
  • Kanu
  • Schneeschuhe
  • Tabak
  • Tomaten, Bohnen, Zucchini, Paprika

Schaut euch auch den interaktiven Doodle zu Wilbur Scoville an.

Bildquelle: Surfer via Shutterstock.com

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