Gabriele Münter: Google feiert 137. Geburtstag der Malerin

Martin Maciej 4

Nachdem das letzte Google Doodle den Valentinstag in den Vordergrund gestellt hat und der Vorgänger die Startseite der Suchmaschine ganz in das bunte Zeichen der olympischen Spiele gesetzt hat, ehrt der Suchmaschinenriese heute Gabriele Münter. Die in Berlin geborene Malerin wird heute 137 Jahre alt.

Gabriele Münter: Google feiert 137. Geburtstag der Malerin

Münter wurde vor genau 137 Jahren, am 19. Februar in Berlin geboren und war eine Malerin des Expressionismus sowie Grafikerin. 1903 verlobte sich Gabriele Münter mit Wassily Kandinsky, der sich ebenfalls als Maler und Grafiker einen Namen machen konnte.

Wer war Gabriele Münter?

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Ähnlich wie die kürzlich auf einem Google Doodle abgebildete Annette von Droste-Hülshoff, wuchs auch Gabriele Münter in Ostwestfalen auf. Mit einem Jahr zogen die Eltern samt Gabriele von ihrem Geburtsort Berlin nach Herord. Mit nur neun Jahren musste Gabriele Münter miterleben, wie ihr Vater starb. Überfordert mit der alleinigen Erziehung von insgesamt drei Kindern zog sich die Mutter zurück. Im Ergebnis hatte Gabriele Münter Zeit ihres Lebens Probleme beim zwischenmenschlichen Umgang mit anderen. Sozial zurückgezogen konnte Münter jedoch ihre künstlerische Ader ausleben. Über die Damenkunstschule Düsseldorf gelang Münter zur Malschule des Künstlerinnen-Vereins in München. Dort lernte Münter auch ihren zukünftigen Ehemann, den russischen Expressionisten Wassily Kandinsky kennen. Im Video könnt ihr euch die bedeutendsten Werke von Gabriele Münter ansehen.

Die Google Startseite zeigt heute als Doodle ein Werk der Künstlerin Gabriele Münter. Das heutige Bild orientiert sich an dem Kunstwerk „Jawlensky und Werefkin“ und zeigt zwei gemalte Personen in einer harmonischen Landschaft vor einem Berg. Das Kunstwerk entstand 1909. Den vorangegangen Sommer hatte Münter mit Kandinsky gemeinsam dem Künstlerpaar Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin verbracht. Inspiriert von der Kulisse im bayerischen Ort Murnau hielt Gabriele Münter den Aufenthalt aufgemalt fest. 1994 wurde das Motiv von der Deutschen Post als Briefmarke veröffentlicht.

Der Google-Schriftzug ist ebenfalls in das Gemälde integriert. Zwar könnt ihr im Gegensatz zum letzten Freitag nicht mit dem Google Doodle spielen, nichtsdestotrotz wird der inzwischen jedem bekannte Google-Schriftzug die nächsten 24 Stunden durch ein frisches, neues Bild ersetzt. Das Vorbild zum heutigen Google Doodle könnt ihr auf der Webseite vom Museum Frida Burda ansehen.

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Gabriele Münter: Künstlerin und Grafikerin auf Google Doodle

Gemeinsam mit Kandinsky und Franz Marc gründete Münter den „Blauen Reiter„. Zu Lebzeiten galt Münter als eine der wichtigsten Malerinnen. Während des ersten Weltkriegs galt ihr Haus als Treffpunkt der angesehensten Expressionisten im süddeutschen Raum. Gleichzeitig musste ihr Geliebter Kandinsky während der Kriegszeit Deutschland verlassen. Beide zog es in die Schweiz, doch Kandinsky landete letztendlich zurück in Russland. Gabriele Münter hingegen zog nach Dänemark und Schweden. Auf neutralem Gebiet wollte Münter auf den Geliebten, Kandinsky, warten. Abgelenkt von der Sehnsucht fiel es der Malerin jedoch schwer, sich auf ihre künstlerische Tätigkeit zu konzentrieren. Ihre Wege kreuzten sich Ende 1915 noch einmal in Stockholm, doch eine Trennung war unvermeidlich. Grund für die Trennung war Kandinskys neue Geliebte, die er 1917 letztendlich heiratete. Den Aufenthalt in Schweden nutzte die Expressionistin jedoch für ihre künstlerische Weiterentwicklung. So wurde sie hier von Isacc Grünewald un Sigrid Hjerten, beides Schüler von Matisse, inspiriert. Folglich ließ sie in nachfolgenden Malereien eine feinere Bildsprache einfließen. Insbesondere änderte sie ihren Stil hier weg von dicken Umrisslinien zu zarten Strichen, die auf eine Zerbrechlichkeit hindeuten. In der Trennungszeit Gabriele Münters entstanden Kunstwerke mit Titeln wie „Einsam“ und „Suchende“.

Schwer getroffen landete Gabriele Münter durch das Ende der Beziehung in einer schwere Krise. Erst zehn Jahre später konnte sie wieder genügen Kraft sammeln und ihre Arbeit als Malerin aufnehmen. Mit der Wiederaufnahme ihrer Zeichenarbeiten lernte Gabriele Münter 1930 mit dem Berliner Kunsthistoriker Johannes Eichner einen neuen Lebensgefährten kennen, mit dem sie bis zu seinem Tod 1958 verbandelt war. Beide zogen nach Murnau zurück, wo Münter bereits 1908 auf ihre erste große Liebe Wassily Kandinsky getroffen ist. Hier fand Münter auch wieder zurück zur Ölmalerei und konzentrierte sich vor allem auf expressionistische Flächenmalereien.

Mit 80 Jahren verschenkte Gabriele Münster den Nachlass Wassily Kandinskys an das Münchner Lenbachhaus, das bis heute ein Museum mit einer der weltweit größten Sammlungen von Gemälden des „Blauen Reiters“ ist. Gestorben ist Gabriele Münter am 19. Mai 1962 in Murnau am Staffelsee. Das Münter-Haus oder auch „Russenhaus“ gilt bis heute als die herausragende Attraktionen in Murnau. Bis heute wird im Namen der Künstlerin der Gabriele Münter-Preis für Künstlerinnen der Bildenden Kunst vom Frauenmuseum Bonn verliehen. Wer auf Sightseeing-Tour in Köln, Kleve, Wiesbaden oder Fulda ist, wird zudem in diesen und weiteren Orten Deutschlands die Gabriele Münter-Straße finden.

Google ehrt in unregelmäßigen Abständen immer wieder bekannte und unbkeannte Persönlichkeiten der Menschheitsgeschicte. In der Vergangenheit waren z. B. die Schriftstellerin Selma Lagerlöf, der Erfinder der Stromlinienführung Raymond Loewy oder der „menschliche Taschenrechner“ Shakuntala Devi auf der Google-Startseite zu sehen.

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