George Boole: 200. Geburtstag - Wen feiert Google heute?

Martin Maciej 1

Die Herbstferien sind in vielen Bundesländern gerade zu Ende gegangen, da zeigt der Suchmaschinengigant Google gleich mit einer mathematischen Formel auf seiner Startseite. Grund hierfür ist allerdings nicht, alle Schüler Deutschlands zu ärgern. Vielmehr feiert man im Hause Google mit allen Internetnutzern den 200. Geburtstag von George Boole.

George Boole: 200. Geburtstag - Wen feiert Google heute?

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Boole, wer? George Boole war ein bedeutende Mathematiker, Logiker und Philosoph, der sich vor allem durch sein Werk „The Mathematical Analysis of Logic“ einen Namen in der Wissenschaft gemacht hat. Die Schrift gilt als Fundament für das heutige Verständnis der mathematischen Logik. Aus seiner Arbeit entstand u.a. der boolesche Ring und die boolesche Algebra. Das Doodle könnt ihr heute auf der Startseite von Google ansehen und so den 11001000. Geburtstag des Logikers mitfeiern.

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George Boole: Die wichtigste Arbeit als eBook herunterladen

Geboren wurde Boole vor genau 200 Jahren als Sohn eines Schuhmachers und einer Kammerzofe am 2. November 1815 in London. Bereits seit Vater John hatte einen Hang zur Wissenschaft und Mathematik. So kam es, dass George Boole sein erstes mathematisches Wissen auch direkt von seinem Vater erhielt. Bereits mit 14 Jahren gelang es Boole, ein Werk des griechischen Dichters Meleagros korrekt zu übersetzen. Dem Autodidakt gelang es, mit 33 Jahren zum Mathematikprofessor am Queen’s College in Cork, Irland aufzusteigen – ohne dabei selbst eine Universität zuvor besucht zu haben. Sein wichtigstes Werk, „An Investigation of the Laws of Thought“ veröffentlichte Boole 1854. Im Projekt Gutenberg könnt ihr euch das Werk von George Boole kostenlos als PDF herunterladen.

Das Feiern eines runden Jubiläums mit einem eigenen Doodle ist für Google eher ungewöhnlich, doch ohne Boole gäbe es wohl auch kein Google. Seine Grundsätze der Logik sind auch heute noch die Basis für die Arbeit von Computern, Smartphones und auch Suchmaschinen.

  • Das Google Doodle von heute, Montag, den 2. November zeigt eine Gleichung, welche die Boole’schen Operatoren darstellt.
  • Die Gleichung zeigt, wie Google etwa Suchergebnisse darstellt.
  • Nach Boole gibt es heute die Operatoren UND, ODER und NICHT, die die Basis für das Arbeiten von Computerprogrammen und Datenbankabfragen darstellen.
  • Natürlich hatte Boole im 19. Jahrhundert noch keine Computersysteme im Sinn, als er seine Arbeiten über die Logik verfasste.
  • Alan Turing griff Booles Vorarbeit auf und integrierte die Boole’sche Algebra in die heute gängige Computerarchitektur.
  • Neben der Logik hatte George Boole sein Metier in Differnzialgleichungen, Zahlentheorie und numersichen Methoden.
  • Seine Ehefrau Mary Everest war 17 Jahre jünger als Boole. Der Name „Everest“ dürfte auch heute noch geographisch Bewanderten im Ohr klingen, immerhin ist der Onkel von Mary dafür verantwortlich, dass der höchste Berg der Welt, der Mount Everest, seinen Namen trägt.
  • Bis heute gehört Boole zu den bedeutendsten Wissenschaftlern, die jemals in Irland gearbeitet haben.
  • Das Google Doodle zeigt die verschiedenen Operatoren UND, ODER und NICHT im Einsatz mit zwei Variablen.

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Die schönsten Google Doodles: Eiffelturm-Eröffnung, Raumsonden, Festivals und Thanksgiving.

Das nachfolgende Video veranschaulicht die Logik des heutigen Doodles zu Ehren von George Boole:

George Boole: Google feiert den Pionier der Informationstechnologie

So wichtig, wie George Booles Arbeiten für die heutige IT-gesteuerte Gesellschaft waren, so unnötig war sein Tod. Der Mathematiker machte sich nach einem Arbeitstag in der Universität auf einen Fußmarsch von 3km nach Hause. Durch den strömenden Regen zog sich Boole eine Lungenenzündung zu. Seine Frau versuchte ihn, mit Wassereimern zu übergießen, um so eine Heilung hervorzurufen. Dies funktionierte nicht, so dass Boole nur wenige Tage später, am 8. Dezember 1864 mit 49 Jahren verstarb.

Google wechselt in unregelmäßigen Abständen das Erscheinungsbild der hierzulande beliebtesten Suchmaschine, um wichtigen Personen zu gedenken und an interessante Daten der Weltgeschichte zurückzudenken. So gab es zum Wochenende etwa ein witziges Halloween-Spiel, zuvor feierte man den Geburtstag des YPS-Magazins oder erinnerte an den Bau der Prager Rathausuhr.

Bild: ImageFlow 

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