Doodle zu Simone de Beauvoir: Das zeigt Google heute

Martin Maciej 5

Auch heute präsentiert Google auf seiner Suchseite wieder eine abgeänderte Variante des bekannten Google-Schriftzugs. Begebt ihr euch am heutigen Donnerstag auf die Suche nach neuem Material bei der Suchmaschine, strahlt euch die französische Autorin Simone de Beauvoir im Google Doodle an.

Am 10. Januar zeigt das Doodle Annette von Droste-Hülshoff.

Anlass für das Google Doodle ist ihr 106. Geburtstag. Simon Lucie Ernestine Marie Bertrand de Beauvoir, so ihr ganzer Name, war eine französische Schriftstellerin und Philosophin, die sich für die Rechte der Frauen eingesetzt hat.

Simone de Beauvoir - Google Doodle.

Google Doodle ehrt Feministin Simone de Beauvoir

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Verschrieben hat sich die am 9. Januar 1908 in Paris geborene Autorin dem Feminismus. Den Durchbruch erlangte sie mit ihren Werken L´Invitée (1943) sowie Le Sang des autres (1943). Zweiteres wurde Mitte der Achtziger Jahre von Chlaude Chabrol als „Das Blut der Anderen“ mit t. Mit „Das andere Geschlecht“ erlangte Simone de Beauvoir Anerkennung im feministischen Kampf Frankreichs und stieg zu einer der bedeutendsten intellektuellen Persönlichkeiten Frankreichs auf. Der katholischen Kirche war dieses Buch jedoch ein Dorn im Auge, so dass der Vatikan dieses auf die Liste der verbotenen Schriften setzen musste.

Interview with Simone de Beauvoir on "Why I am a Feminist".
Weiterer Kritikpunkt der Kirche war, dass sich de Beauvoir für das Recht auf Empfängnisverhütung sowie die Möglichkeit der Abtreibung einsetzte - dies bereits 20 Jahre vor der sexuellen Revolution. Wurde de Beauvoir für ihre feministischen Aussagen in der Vergangenheit kritisiert, war sie mit ihren Worten bereits Jahre voraus. Auch der deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer begegnete Simone de Beauvoir. Aus der Bekanntschaft entstand 2007 Schwarzers Buch 
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Simone de Beauvoir: Feministin und Intellektuelle

Vor genau 106. Jahren ist de Beauvoir in Paris am Boulevard du Montparnasse geboren. Bereits in jungen Jahren wurde sie mit den Folgen des Ersten Weltkriegs konfrontiert, in dessen Folge ihre Familie in eine schwere Armut stürzte. Ursache hierfür vor allem war, dass das Vermögen ihres Vaters in Russland angelegt war. Als Folge der Oktoberrevolution 1917 und der daraus resultierenden Inflation schmolz der Wert jäh dahin.

Aus dem Elend zog de Beauvoir ihren Vorteil. Aufgrund einer nicht in aussichtstehenden Mitgift drohte ihr ein Leben als Alleinstehende. Angetrieben dadurch lehnte sie den damals üblichen Weg der Hausfrau und Mutter ab und entwickelte sich im Lernen und Erschaffen weiter. Für eine erste Kontroverse sorgte de Beauvoir, als sie mit 14 Jahren gestand, ihren Glauben verloren zu haben und sich zum Atheismus bekannte.

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In ihrer Zeit während der Agrégation zur Rekrutierung als Gymnasialprofessorin lernte sie Jean-Paul Sartre. Die Agrégation legte sie hinter dem berühmten französischen Philosophen als zweitbeste ab. Beide galten als Pioniere des Existentialismus. Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spiele de Beauvoir eine tragende Rolle im intellektuellen Widerstand. Im Gegensatz zu vielen anderen Philosophen und Intellektuellen konnte sich Simone de Beauvoir jedoch auch nicht mit den Ideen des Kommunismus anfreunden. Aush irehm 1949er Werk „Le Deuxième Sexe“ stammt einer der prägenden Sätze der feministischen Bewegung:

„Man wird nicht als Frau geboren, man wird es“

Mit dem französischen Philosophen Jean-Paul Sartre führte Simone de Beauvoir lange Zeit eine offene Beziehung, die sich jedoch in starker Eifersucht ihrerseits äußerte. Trotz ihrer Anstrengungen, den Feminismus anzutreiben, ließ Simone de Beauvoir niemals ihre eigene Weiblichkeit aus. Schließlich schrieb sie selbst:

„Die Frau kann nur ein vollständiges Individuum sein, wenn sie auch ein geschlechtlicher Mensch ist“

Das Google Doodle zeigt Simone de Beauvoir in gezeichneter Form vor ihrer Heimatstadt Paris. Im Gegensatz zu anderen Startseitenveränderungen, die z. B. Google Doodles in Spielform präsentieren, gibt es heute lediglich ein Bild ohne interaktive Inhalte. Nichtsdestotrotz möchte Google hiermit sowohl dem 106. Geburtstag von Simone de Beauvoir Gedenken, als auch dem Feminismus und dem Kampf um Gleichberechtigung würdigen.

Google lässt seine Startseite regelmäßig in neuem Glanz erscheinen. Erst vor kurzem wurde Johannes Keplers 442. Geburtstag mit einer eigenen Abbildung gefeiert. Auch zur Wintersonnenwende und dem damit verbundenen Winteranfang gab es ein eigenes Google Doodle. Habt ihr ein Doodle verpasst oder wollt euch durch die bisherigen Bildchen klicken, könnt ihr dies im Doodle Archiv tun.

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