Google ehrt Hermann Rorschach: Mach den Tintenklecks-Test

Peer Göbel

Der Tintenklecks-Test bei Google - und im Original: Zum 129. Geburtstag des Psychoanalytikers Hermann Rorschach verwandelt die Suchmaschine ihre Startseite in eine Psychiater-Couch. Das heutige Google Doodle enthält eine Variante des berühmten Rorschach-Tests - wir zeigen, wie der Test im Original und bei Google funktioniert.

Google ehrt Hermann Rorschach: Mach den Tintenklecks-Test

Hermann Rorschach: Der Erfinder des Tintenklecks-Tests

Hermann-Rorschach
Anlässlich des 129. Geburtstags von Hermann Rorschach (8.11.1884 - 2.4.1922) zitiert Google auf der heutigen Startseite spielerisch den berühmten Tintenklecks-Test des Schweizer Psychiaters. In Zürich geboren und aufgewachsen in Schaffhausen, war Rorschach schon in der Schule fasziniert von der „Klecksographie“ und den Farb-Verlaufsbildern, was ihm den Spitznamen „Klecks“ einbrachte. Er studierte Medizin in Zürich, Bern und Berlin, hörte Vorlesungen u.a. bei Eugen Bleuler und C.G. Jung.

Nach dem Studium vertiefte er sein Interesse an der Psychoanalyse, arbeitete in verschiedenen Sanatorien und entwickelte 1917 den berühmten Test, für den er heute weltweit bekannt ist.

Mach den originalen Rorschach-Test!

Die Bildergalerie zeigt die zehn Original-Deutungskarten von Hermann Rorschach sowie die typischen Antworten dazu (nach Loucks und Burstein). Mach den Test - was siehst du in den Tintenklecks-Bildern?

Rorschachs Idee: Die Reaktionen des Betrachters auf ein bestimmtes Set von Tintenklecks-Karten geben Aufschlüsse über die Charakterzüge und Konflikte der Person. Was im populären Bewusstsein als Schnelltest plausibel scheint, ist in Wirklichkeit ein aufwändiges qualitatives Verfahren - und nicht unumstritten in der Fachwelt.

Heute wird der Rorschach-Test noch als Teil eines größeren Test-Settings angewandt, da seine Auswertung nicht eindeutig ist. Sicher ist, dass die Tintenklecks-Karten immer wieder dazu einladen, die eigene Phantasie anzuwerfen und Assoziationen freien Lauf zu lassen. Richtige und falsche Antworten gibt es hierbei nicht.

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Google auf Deutsch umstellen - so wird's gemacht.

Und so funktioniert das Google Doodle für Hermann Rorschach

Hermann Rorschach Doodle
Das heutige Doodle zeigt die Suchmaschinenseite aus der Sicht eines Patienten auf der Couch. Links sitzt Hermann Rorschach und macht Notizen, in der Mitte sieht man verschiedene Tintenkleckse. Mit Klick auf die zentrale Tafel werden immer wieder neue Tintenkleckse erzeugt - offenbar durch einen zufälligen Algoritmus. Ab und zu erscheinen aber auch eindeutige Bilder - mit dem Google-typischen Humor (wie die Dinosaurier oben oder die Gartenzwerge rechts).

Die Tintenkleckse können mit den Pfeilen rechts und links von den Tafeln weiter- und zurückgeschaltet werden, und bei jedem Bild gibt es die Möglichkeit, die eigene Deutung per Google+, Facebook oder Twitter zu veröffentlichen, wenn man auf die Wörter „Was sehen Sie? Jetzt teilen“ klickt. Richtig gelesen: Google erlaubt auch das Teilen über den großen Konkurrenten Facebook, dem der Konzern eigentlich mit Google+ den Rang ablaufen will.

Das Rorschach-Doodle gehört sicher zu den faszinierendsten interaktiven Doodles, wer weitere sehen und ausprobieren will, kann im Google-Archiv nachschlagen - zum Beispiel bei dem Hexensüppchen zu Halloween, dem spielbaren Moog-Synthesizer oder dem Fallschirm-Pionier André-Jacques Garnerin.

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