Das heutige Google Doodle erinnert stark an Michelangelos Freskenmalereien, hat mit dem namhaften Künstler allerdings nichts zu tun. Vielmehr feiert der Suchmaschinenriese am heutigen Tag den nunmehr 318. Geburtstag des venezianischen Barockmalers Giambattista Tiepolo. Wir sagen Herzlichen Glückwunsch!

Google Doodle für Giovanni Battista Tiepolo

Dieser Name ist mir nicht geläufig, werden sich nun einige Kunstkenner wundern. Vielleicht ist Giambattista Tiepolo, einer der bedeutendsten Maler des späten barocken Venedig besser bekannt als Giovanni Battista Tiepolo. Auch keinen Schimmer? Dann wollen wir euch anlässlich des 318. Geburtstages des Herren an dieser Stelle ein ausführliches Referat halten.

Gesehen haben dürfte bereits jeder schon einmal eines der epischen Bilder von Tiepolo. Mit Heldenepen, Opernszenen und Götterdarstellungen der Antike traf Giambattista genau den Nerv des ausklingenden Barockes und des Rokoko (um 1750). Dabei hängen seine bedeutendsten Werke nicht etwa in Italien, sondern in Bayern, genauer in der Würzburger Residenz. Doch wer war dieser begnadete Pinselschwinger eigentlich?

Giovanni Battista Tiepolo.

Giambattista Tiepolo: Das Leben des Malers

Als jüngstes von sechs Kindern erblickt Giovanni Battista am 5. März 1696 in Venedig das Licht der Welt. Es ist eine Welt des Prunks, denn Venedig liegt unter dem Einfluß des Barock und des schwärenden Rokokos. Davon erfährt der junge Venezianer allerdings anfänglich nichts, seine Eltern sind einfache Leute, sein Vater Domenico ein einfacher Schiffseigner (zur Erinnerung: Venedig ist eine Wasserstadt).

Als Malerlehrling bei seinem Onkel mütterlicherseits lernt er die ersten Pinselstriche, hat sich als Vorbild jedoch den vierzehn Jahre älteren Giovanni Battista Piazetti ausgeguckt. Mit 21 als Meister ernannt, feiert der junge Maler schon bald die ersten Erfolge, trifft er doch mit seiner Darstellung von dramatisierten Götterfesten und Heldenepen genau den Geschmack der Zeit.

Mit seinen zwei Söhnen reiste der Venezianer schließlich nach Deutschland, wo er neben Tizian als einziger italienischer Maler gefeiert wurde. Nach einer Rückkehr nach Italien, schloß er seinen Lebensabend schließlich in Madrid, mußte dort allerdings unter dem aufstrebenden Klassizismus Rückschläge ob seiner Kunst hinnehmen. Das Zeitalter der epischen Darstellungen war der klassischen Schlichtheit und Solidität der antiken Tempelbauweisen und des Biedermeier gewichen.

Vision des heiligen Clemens
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Tod des Hyacinth
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Deckenfresko, Würzburger Residenz
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Neptun bietet Venedig Geschenke dar
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Aenaeas präsentiert Dido, Königin von Libyen und Erbauerin Karthagos, seinen Sohn Ascanius als Amor
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Apollon fliegt mit Beatrix I. in seinem Sonnenwagen
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Allegorie der Planeten und Kontinente
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Das Opfer des Isaac
Das Opfer des Isaac

Das Google Doodle für Giambattista Tiepolo

google doodle giambattista tiepolo_suche
Anlässlich des lang vergessenen Geburtstages dieses Ausnahmekünstlers des Barock ruft uns Google heute über ihre Startseite in Erinnerung, was es an der Kunst nicht so alles Schönes zu entdecken gilt. Ob euch Barock oder Rokoko nun persönlich zusagen oder nicht, ist dabei ja Geschmackssache.

Das Google Doodle ist der Freskenmalerei Tiepolos nachempfunden und stellt ein dreigeteiltes Fresko dar, das an Apollons Ritt mit Beatrix I. erinnnert, dass der Maler für die Gräfin von Burgund in Würzburg angefertigt hatte, oder gar an die Allegorie der Planeten und Kontinente.

Habt ihr Lust auf weitere künstlerische Doodles bekommen, dann schaut unbedingt einmal in unsere Archive rein. Wir empfehlen für Kunstbegeisterte heute Raymond Loewy, sowie Claude Debussy. Aber auch Psychoanalytiker Hermann Rorschach oder Opernängerin Maria Callas solltet ihr nicht verpassen.