John Venn: Google Doodle zum 180. Geburtstag des Logikers

Jonas Wekenborg 2

Komisch artet es an, dass Google einen Mathematiker ehrt, indem sie auf ihrer Startseite in Form eines Google Doodles bunte Bilder von Tieren, musizierenden Raumfahrern und Verkehrsmitteln mit Flügeln abbilden. Wem der Name John Venn also nicht so viel sagt, dem sei an dieser Stelle auf die Sprünge geholfen.

John Venn: Google Doodle zum 180. Geburtstag des Logikers

John Venn: Mathematiker, Logiker und Geburtstagskind

John Venn wurde am 4. August 1834 (das sind auf den Tag genau 180 Jahre) in Kingston upon Hill, Großbritannien, geboren. Im Alter von 19 Jahren studierte er in Cambridge und ordinierte zwei Jahre später schließlich als Priester. Doch die Naturwissenschaften ließen Venn nicht los, so kehrte er 1862 den Geisteswissenschaften den Rücken und zurück nach Cambridge, um als Universitätsdozent zu beginnen – Fachbereiche Mathematik, Logik und Naturwissenschaften.

Allein die Logik hatte es John Venn angetan und so versuchte er die methodologische Logik mit der deduktiven und formalistischen miteinander zu verknüpfen. Während die Methodologie die Kriterien für die Anwendung einer bestimmten Methode behandelt, entzog der Formalismus mathematischen Aussagen zuerst deren Wahrheitscharakter, um sie anschließend für andere naturwissenschaftliche Bereiche als Neuinterpretation auszulegen.

Während seiner Arbeit am Cambridge-College kam Venn schließlich zu einer grafischen Darstellung kategorischer Aussagen, die heute noch als Venn-Diagramme bekannt sind.

Am 4. April 1923 starb John Venn im Alter von 88 Jahren in Camebridge. Noch heute ziert ein Fenster in der Mensa des Gonville and Caius College in Cambridge den Mathematiker und Logiker.

Google Doodle für John Venn: Venn-Diagramme

Das heutige Google Doodle anlässlich John Venns 180. Geburtstag ist ein schönes Beispiel angewandter Logik. So kann das interaktive Doodle als Venn-Diagramm verstanden werden, dem Googles Künstler einige leichte Beispiele aus Venns Lehren hinzugefügt und diese animiert umgesetzt hat.

So wird aus der Kombination eines Meereslebewesens mit Flügeln ein fliegender Fisch und aus Musikern, die Kälte benötigen ein Eiswagen.

So funktioniert das interaktive Venn-Doodle

Es ist eigentlich ganz einfach: Die angewandte Logik ergibt sich aus der Ermittlung der Schnittmenge. So wählt ihr ganz einfach aus einer der fünf Kategorien auf der linken Seite eine aus, um sie anschließend mit einer von fünf weiteren Kategorien auf der rechten Seite zu überschneiden. Das Ergebnis ist mit großer Wahrscheinlichkeit witziger angehaucht, als es Venn vorgesehen hatte.

Folgende Kategorien stehen zur Auswahl:

Linke Seite Rechte Seite
Säugetiere Winzig
Musiker und Musikinstrumente Mit Flügeln/ Kann fliegen
Verkehrsmittel Benötigt Kälte
Vegetation Hat eine Schale oder ein Gehäuse/ Hinterlässt eine Spur
Meereslebewesen Mythisch/ Im All

Wollt ihr weitere alte Google Doodles kennenlernen, dann stöbert gerne in unserem Archiv. Von Raymond Loewy, dem Erfinder des Stromliniendesigns, Robert Moog mit seinem interaktiven Synthesizer oder den besten interaktiven Google-Doodle-Spielen findet ihr hier alles Interessante, was die Google-Suchmaschine an Doodles ausspuckt.

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