Montagsdemonstrationen Leipzig 1989: Suchmaschinengigant gedenkt

Martin Maciej 1

Werft ihr heute einen Blick auf die hierzulande beliebteste Suchmaschine Google, findet ihr die Startseite wieder für 24 Stunden in einem neuen Gewand vor. Grund hierfür ist das Gedenken an die Montagsdemonstrationen von Leipzig 1989, die heute vor 25 ihren Lauf genommen haben.

Montagsdemonstrationen Leipzig 1989: Suchmaschinengigant gedenkt

Google gedenkt der Montagsdemonstationen und verändert das gewohnt bunte Logo mit einem Doodle. Im Gegensatz zu sonstigen Doodles zeigt sich der Schriftzug allerdings nicht üppig ausgeschmückt oder in bunter Koloration, sondern schlicht in grau bis schwarz.

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Die schönsten Google Doodles: Eiffelturm-Eröffnung, Raumsonden, Festivals und Thanksgiving.

Google Doodle zu den Montagsdemonstrationen Leipzig 1989

Mit der Veränderung der Startseite möchte Google in unregelmäßigen Abständen wichtigen Personen oder Daten der Menschheitsgeschichte gedenken. So gab es in der Vergangenheit etwa ein Google Doodle für den Erfinder des Riesenrads George Ferris, den Kopf hinter der Stromlinienführung Raymond Loewy und anlässlich der olympischen Spiele mit der Olympischen Charta.

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Montagsdemonstrationen von Leipzig 1989: Google gedenkt mit Doodle

Die Montagsdemonstrationen nahmen 1989 in Leipzig ihren Lauf. Im Anschluss an ein traditionelles Friedensgebet in der evangelischen Nikolai-Kirche finden 1.000 Menschen auf dem Vorplatz des heiligen Hauses zusammen. Grund für die Montagsdemonstationen in Leipzig, Dresden, Halle, Karl-Marx-Stadt, Magdeburg, Plauen, Arnstadt. Rostock und Schwerin war das friedliche Auflehnen gegen die herrschenden politischen Verhältnisse und die Herrschaft der SED.

Das Doodle von heute könnt ihr hier sehen.

Während der Montagsdemos ist der berühmte Ausruf „Wir sind das Volk“ entstanden, der auch heute noch bei zahlreichen Dokumentationen zu den letzten Tagen der DDR zu höhren ist. Zwar verliefen die Montagsdemonstrationen in Leipzig und im Rest der DDR seitens der Protestanen weitgehend friedlich, die Sicherheitskräfte allerdings hatten ihren Finger stets am Abzug und waren bereit, mit der Waffe in der Hand gegen die Regime-Kritiker vorzugehen. Das friedliche Demonstrationen einen gewalttätigen Verlauf nehmen konnten, wurde nicht zuletzt durch das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens in Peking wenige Monate zuvor deutlich.

Montagsdemonstrationen Leipzig 1989 im Google Doodle

Da westliche Journalisten anwesend waren, verlief die erste Montagsdemo am 4. September auf beiden Seiten friedlich. Erst bei anschließenden Demonstrationen, die regelmäßig montags in der gesamten DDR stattfanden, wurden Teilnehmer und Aktivisten verhaftet, sowie brutal behandelt, um eine Botschaft an die Bevölkerung zu senden. In den DDR-Medien war hingegen kaum etwas über die andauernden Zusammenkünfte zu lesen. Vielmehr wurde der friedliche Kampf der Bevölkerung gegen das SED-Regime als westliche Hetze erklärt.

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  • Trotz der gewalttätigen Einsätze der Sicherheitskräfte fanden sich am 25. September bereits 20.000 Teilnehmer, am 9. Oktober sogar 70.000 Menschen zusammen. Als die Montagszusammenkünfte am 18. Oktober mit 120.000 teilnehmenden Menschen aus der gesamten DDR ihren Höhepunkt finden, tritt der Staats- und Parteichef Erich Honecker aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die Mauer der DDR beginnt zu bröckeln, bis am 9. November die Mauer in Berlin tatsächlich fällt.
  • Zum Start der Montagsdemonstrationen in Leipzig 1989 stand zunächst die Durchsetzung des demokratischen Grundgedankens im Vordergrund. Dabei ging es vor allem um die Abschaffung der Stasi sowie die Einführung der Reisefreiheit. Erst nach und nach entwickelte sich der Wille und die Forderung nach einer Wiedervereinigung Deutschlands.
  • Im Gegensatz zu früheren Doodles, z B. zum Valentinstag 2014, beinhaltet das Doodle keine interaktiven Elemente. Das veränderte Logo zeigt sich in schlichtem Grau, an der Seite sind vier Kerzen zu sehen. Der Google-Schriftzug ist integriert in graue Pflastersteine. Über den Button an der rechten unteren Seite könnt ihr das Doodle mit Freunden bei Facebook, Twitter, Google+ oder per Mail teilen.
  • Weitere Informationen zu den Leipziger Demos könnt ihr heute Abend gegen 17:40 Uhr im Radio bei WDR 2 hören. Wer den Sender nicht empfangen kann, kann WDR 2 live im Stream online hören.

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