Olympische Charta: Google gegen Homophobie

Martin Maciej 11

Am heutigen Freitag beginnen die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Begleitet wird das Sportereignis in Russland von Terrorangst sowie homophobischen Aktionen innerhalb Russlands. Google setzt mit dem heutigen Doodle ein Zeichen und zeigt mit der olympischen Charta (Regenbogen-) Farbe gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.

In der Regel sind die Google Doodles nicht politisch, sondern bekannten oder wichtigen Personen der Menschheitsgeschichte gewidmet. Mit der heutigen Startseitenveränderung weicht der Suchmaschinengigant vom bisherigen Kurs ab.

Olympische Charta: Google setzt Zeichen gegen Diskriminierung

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Bei der Olympischen Charta handelt es sich um einen Grundsatz, welcher die „Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskrimierung jeglicher Art“ festlegt. Die Charta ist bereits 90 Jahre alt und wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Rom schriftlich festgehalten. Aktuell besteht die Olympische Charta aus sechs Kapiteln und 61 Artikeln. Wollt ihr einen Blick drauf werfen, könnt ihr alle Artikel kostenlos herunterladen und in englischer Sprache nachlesen. Offiziell gibt es die Charta in Englisch und Französisch. Treffen internationale Vertreter aufeinander und gibt es Unstimmigkeiten bei der Textauslegung, gilt die französische Variante. Auf der offiziellen Webseite des Olympischen Sportbundes könnt ihr die Charta auch in einer deutschen Übersetzung nachlesen. Nach IOC-Präsident Thomas Bach sei dabei insbesondere auch die „sexuelle Orientierung“ Teil des Anti-Diskriminierungs-Prinzips der Charta.

John Williams - Olympic Fanfare and Theme (The Original 1984 Recording).
 

Olympische Charta: Solidarität und Fairplay gegen Homophobie

Die Regenbogenfarben stehen seit jeher als Zeichen für die Homosexuellen-Bewegung. Auf dem Doodle seht ihr mehrere Wintersportler in gezeichneter Form, die mit den Regenbogenfarben unterlegt sind. Als Sportarten haben die Suchmaschinenbetreiber einen Skifahrer, Einshockeyspieler, Bobfahrer, eine Eiskunsttänzerin und Snowboarder sowie Curling-Spieler ausgewählt. Interaktiv ist das Doodle heute zwar nicht, nichtsdestotrotz ist die politische Tragweite eindeutig und aussagekräftig. Klickt ihr auf das Doodle, erhaltet ihr alle Suchergebnisse zum Suchwort „Olympische Charta“.

sotschi-2014-logo

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi werden heute offiziell eröffnet. Bereits gestern gab es jedoch erste Wettbewerbe. Alle Wettbewerbe von Olympia 2014 gibt es im Live-Stream zu sehen. In den letzten Monaten gab es immer wieder Unruhen ob der anti-homosexuellen Haltung Russlands. Zwar ist die Homosexualität nicht verboten, wird jedoch stark tabuisiert.

Zudem müssen Homosexuelle im Ausrichterland der olympischen Winterspiele häufig mit Unterdrücken und Anfeindungen in der Gesellschaft rechnen. 2013 wurde dort ein Gesetz verabschiedet, nach welchem positive Aussagen über Homosexualität in Anwesenheit Minderjähriger bestraft werden. Zudem dürfen sich Medien nicht positiv über gleichgeschlechtliche Liebe äußern.

Olympia 2014: Olympische Charta gegen Diskriminierung

Erst am Donnerstag hatte US-Präsident Barack Obama allen Homosexuellen im US-amerikanischen Olympia-Team seine Unterstützung zugesagt und Mut zugesprochen. Er drückte aus, dass sich die Vereinigten Staaten keinerlei Diskriminierung beugen, schon gar nicht solcher, die auf einer sexuellen Orienteriung basiert. Das Doodle zur Olympischen Charta zeigt seit langer Zeit keine berühmte Persönlichkeit der Menschheitsgeschcihte, sondern setzt insbesondere durch die Farbgebung ein politisches Zeichen. Das erste Doodle gab es bereits 1998, als Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin auf der Seite zeigen wollten, dass sich die Beiden beim Burning Man-Festival befinden und demnach zu der Zeit nicht in der Firma anwesend seien.

Am heutigen Freitag gehen rund 2900 Sportler aus 87 Nationen am Schwarzen Meer in Sotschi in die inzwischen 22. Olympischen Winterspiele. Insgesamt 98 verschiedene Wettbewerbe ausgetragen, in denen es um Gold, Silber, Bronze oder lediglich den olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ geht. Aus Deutschland werden insgesamt 153 dem Prinzip der Olympischen Charta folgen und mit Fairplay auf Medaillenjagd gehen. Die deutschen Fahne wird Maria Höfl-Riesch bei der Eröffnung tragen.

Was besagt die Olympische Charta?

Die Olympische Charta fasst die olympischen Regeln und Durchführungsbestimmungen zusammen. Hiernach regelt sich die Organisation sowie Tätigkeit der olympischen Bewegung. Diese setzt sich zusammen aus dem IOC (Internationales Olympisches Komittee), dem Kopf von Olympia, allen Athleten sowie weiteren an den olympischn Spielen beteiligten Personen. Zudem werden hier die olympischen Feiern reguliert. Auch die Verwertung der Medienrechte wird in der olympischen Charta geregelt. Zudem ist das Doping-Verbot fest in den Gebote der Charta verankert.

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