Wilbur Scoville: Er fand heraus, wie scharf Chili ist

Martin Maciej

Heute feiert Wilbur Scoville, der schärfste Mann der Welt, seinen 151. Geburtstag – der Amerikaner erfand 1912 ein Verfahren, um den Schärfegrad von Chilischoten zu messen. Um diese Leistung zu würdigen, feiert Google den Anlass heute mit einem interaktiven Doodle für Wilbur Scoville.

Wilbur Scoville Porträt

Wilbur Scoville wäre heute 151. Jahre alt geworden. Moment… bitte wer? Falls ihr euch diese Frage stellt, hat der Suchmaschine-Riese Google heute das passende, interaktive Doodle für euch parat. Klickt euch zum Sieg und findet heraus, was es mit Wilbur Scoville auf sich hat!

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Wilbur Scoville: Google Doodle zum 151. Geburtstag

Es gibt Menschen, die es verdienen, dass sie bekannter wären. Dazu zählt auch der amerikanische Pharmakologe Wilbur Scoville, der heute seinen 151. Geburtstag gefeiert hätte. Scoville erfand 1912 das erste wissenschaftliche Testverfahren um den Schärfegrad von Chilischoten zu messen. Seine „Scoville-Skala“ wird bis heute verwendet – aus gegebenem Anlass gibt es heute ein interaktives Google Doodle, in dem ihr selbst auf den Spuren von Wilbur Scoville wandelt.

Zum Thema: Wer war Wilbur Scoville?

  • Wilbur Scoville war ein amerikanischer Chemiker und Pharmakologe, der am 22 Januar 1865 in Bridgeport, Connecticut geboren wurde.
  • Sein bleibender Verdienst ist die Erfindung des organoleptischen Tests im Jahre 1912: Dabei messen Probanden den Schärfegrad von Chilischoten – das Ergebnis wird in Form der Scoville-Skala dargestellt.
  • Wilbur Scoville war hauptberuflich Professor für Pharmakologie und der zweite Vize-Präsident der „American Pharmaceutical Association“.
  • Ebenfalls bekannt ist sein Lehrbuch The Art of Compounding (Deutsch ungefähr: Die Kunst des Mischens). Das Buch enthält einen der ersten Hinweise darauf, dass man die Schärfe von Pfeffer mit Milch lindern kann.
  • Scoville erhielt im Lauf seines Lebens 2 Auszeichnungen der Pharmazeutischen Gesellschaft: 1929 den Ebert Prize und 1929 die Remington Honor Medal.
  • Wilbur Scoville starb am 11. November 1942 in Gainesville, Florida im Alter von 77 Jahren.

Zum Thema: Was ist die Scoville-Skala?

Mit der Scoville-Skala misst man die Schärfe von Paprika- und Chili-Schoten: Wilbur Scoville stellte sie erstmals 1912 vor. Die Skala reicht von 0 – also gar keine Schärfe, wie z.B. bei einer normalen grünen Paprika – bis zu 2,2 Millionen Scoville-Einheiten. Diesen Wert erreicht der berüchtigte „California Reaper“, eine extrem scharfe Paprika-Kreuzung, die im Guiness-Buch der Rekorde als die schärfste Schote ihrer Art aufgeführt ist. Die Testmethode zur Bestimmung der Schärfe ist recht simpel: Jeweils fünf Probanden bekommen einen Extrakt aus den Schoten – dann wird getestet, ab welchem Verdünnungsgrad die Testpersonen keine Schärfe mehr spüren. Je stärker die Verdünnung, an der dieser Punkt erreicht ist, desto höher ist der Wert auf der Scoville-Skala.

Interaktives Doodle für den Geburtstag von Wilbur Scoville

Über bahnbrechende wissenschaftliche Erfindungen zu lesen ist eine Sache – noch besser ist nur, selbst Hand anzulegen und das dachte sich wohl auch Google. Um den 151. Geburtstag von Wilbur Scoville angemessen zu zelebrieren, hat der Suchmaschinenriese Google ein interaktives Doodle veröffentlicht. Das witzige Minispiel läuft direkt im Browser und versetzt euch in die Rolle einer Eistüte, die sich gegen immer schärfer werdende Chilischoten verteidigen muss.

Klickt einfach auf das Dreiecks-Symbol um das Spiel zu starten – danach geht es auch schon los und ihr könnt zeigen, ob ihr der Herausforderung gewachsen seid.

Am oberen rechten Rand seht ihr einen grünen Balken – dieser repräsentiert die Schärfe der gegnerischen Paprikaschote und basiert auf der Scoville-Skala. Ziel ist, den Balken abzutragen – dazu klickt ihr auf die Leiste in der Mitte des Doodles. Versucht dabei den Mittelpunkt zu treffen und ihr schleudert der Paprika ein Eisbällchen entgegen. Insgesamt habt ihr drei Versuche pro Gegner – Schafft ihr es, freut sich Wilbur Scoville und es geht weiter zur nächsten Herausforderung.

Damit der Lerneffekt nicht zu kurz kommt, gibt es zwischen den einzelnen Herausforderungen jeweils kurze Informationsschnipsel, die euch interessante Fakten zu den gerade besiegten Chilischoten verraten. So erfahrt ihr beispielsweise, woher einzelne Schoten ihren Namen haben oder dass eine herkömmliche Paprika einen Wert von 0 auf der Scoville-Skala hat. Wohl bekomm’s!

Je weiter ihr euch durch das Doodle klickt, desto schwieriger wird es natürlich. Bei den späteren Schoten müsst ihr schon sehr genau treffen, ansonsten macht euch das fiese Früchtchen den Garaus. Zum Schluss gibt’s noch einmal eine Bewertung und ihr seht, wie scharf ihr wirklich gewesen seid. Außerdem könnt ihr euren Sieg per Twitter, Facebook und Co. mit dem Rest der Welt teilen.

Doodle Extrem Scharf

Erfinder der Scoville-Skala: So scharf ist Chili wirklich

Dass Chili-Schoten scharf sind war natürlich auch schon bekannt, bevor Wilbur Scoville seine Skala einführte. Sein Verdienst ist, dass er diese subjektive Erfahrung erstmals messbar machte. Dazu führte er den sogenannten organoleptischen Test ein, um den Schärfegrad einer Schote zu bestimmen.

  • Dieser Wert hängt vom Anteil des in der getrockneten Frucht enthaltenen Capsaicins ab – das ist ein Alkaloid, welches die Schmerzrezeptoren der Schleimhäute reizt und so die Schärfeempfindung auslöst.
  • Bei dem Verfahren mussten Versuchspersonen eine immer weiter verdünnte Lösung der zu untersuchenden Probe zu verkosten und dann aussagen, ob sie Schärfe feststellen konnten oder nicht.
  • Der Grad der Verdünnung, bei dem keine Schärfe mehr festzustellen war, wurde als Scoville-Grad (SCU für Scoville Units) angegeben.
  • Zum Vergleich: Eine Paprika ohne feststellbare Schärfe hat den Scoville-Grad 0, reines Capsaicin würde nach heutigem Kenntnissstand  etwa 15.000.000 bis 16.000.000 Scoville-Units entsprechen – also sehr sehr scharf.

Die ursprünglich von Scoville entwickelte Methode hatte noch einige Schwächen, da verschiedene Menschen z.B. eine unterschiedliche Toleranz gegenüber Capsaicin haben. Das Verfahren wurde dementsprechend auch im Lauf weiterentwickelt: Mit der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie kann heute noch wesentliche genauere Aussagen darüber treffen, wie hoch die Capsaicin-Konzentration in einer Frucht bzw. einem Gemüse ist.

Chili

Da das Scoville-Verfahren immer noch sehr bekannt ist, werden die Ergebnisse aber bis heute in die Scoville-Skala umgerechnet. Grund genug, den Erfinder der Methode an seinem heutigen 151. Geburtstag zu ehren. Happy Birthday, Wilbur Scoville!

Google Doodle für bekannte Persöhnlichkeiten

Die Doodles gehören inzwischen zum festen Inventar von Google: In unregelmäßigen Abständen erinnert Google damit an bekannte (oder auch weniger bekannte) Persönlichkeiten aus Geschichte, Kultur und Politik. Besonderes Highlight sind dabei die animierten oder interaktiven Doodles: Kürzlich erst ehrte Google auf diese Weise den  weltbekannten Komponisten Ludwig van Beethoven, der am 17. Dezember 1770 in Bonn getauft wurde.

In dem Doodle hilft man dem Meister auf spaßige Weise beim Komponieren: Beethoven ist auf dem Weg zum Opernhaus und verliert ständig seine Notenblätter. Die Stücke werden vom Wind weggeweht, von einem Pferd in Stücke gerissen oder fallen in den Fluss. Der Google-Nutzer muss die Musik anhand der Noten wieder zusammenpuzzeln – ganz wie ein echter Musiker. Schafft man es, bekommt man Beethovens berühmteste Stücke, z.B. die „5. Sinfonie“, „Für Elise“ oder die „Mondscheinsonate“ zu hören.

Ein weiteres Highlight der jüngeren Vergangenheit der jüngeren Vergangenheit war das Doodle für den 114. Geburtstag von Eiji Tsuburaya. Mit dem interaktiven Spiel erinnerte Google an den japanischen Special-Effects-Regisseur, der unter anderem die Effekte für die Sci-Fi-Klassiker „Godzilla“ und „Ultraman“ entwarf.  Google rückt daneben aber auch immer mal wieder Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, die nicht ganz so bekannt sind. Genannt seien hier der Yoga-Meister B.K.S. Iyengar, die erste Ärztin Deutschlands, Dorothea Christiane Erxleben oder den Erfinder des Pianos Bartolomeo Cristofori. Manchmal gibt es das Doodle zudem zu besonderen Gelegenheiten, z.B. dem Herbstanfang 2015 oder anlässlich des Jubiläums der Kultzeitschrift YPS.

Bildquellen: Google, Benson HE

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