„Projekt McQueen“: Apple will eigene Cloud-Infrastruktur aufbauen

Thomas Konrad

Apple arbeitet angeblich am Ausbau einer eigenen Cloud-Infrastruktur — intern nennt man das Vorhaben „Projekt McQueen“. Der Hersteller will nicht länger von anderen Anbietern abhängig sein.

„Projekt McQueen“: Apple will eigene Cloud-Infrastruktur aufbauen

Einem Bericht von VentureBeat zufolge, hat Apple in China und Hong Kong bereits Land gekauft, um dort Rechenzentren für sein Cloud-Angebot zu bauen. Langfristig will Apple so der Abhängigkeit von öffentlichen Anbietern — unter anderem Amazon Web Services (AWS) und Microsofts Azure-Plattform — entgehen.

Um vorerst weniger auf AWS angewiesen zu sein, hat Apple im letzten Jahr einen Vertrag mit Google abgeschlossen. Teile der iCloud will Apple künftig auf Googles Cloud Platform betreiben (wir berichteten).

Laut VentureBeat ist Apple unglücklich mit der Geschwindigkeit der Amazon-Server: Das Herunterladen von Bildern und Videos auf iOS-Geräte dauere zu lange, zitiert VentureBeat eine nicht genannte Quelle.

Auch mit Microsoft Azure wird es wohl Probleme geben: Azure könne mit dem Wachstum der iCloud nicht mithalten — das soll ein Microsoft-Angestellter Apple gegenüber erklärt haben. Apple müsste künftig einen deutlich höheren Preis für die Nutzung bezahlen, um Microsoft beim Ausbau seiner Datencenter zu unterstützen. Apple habe das zum Anlass genommen, über eine eigene Server-Infrastruktur nachzudenken. Die Pläne bezeichnet der Hersteller intern als „Projekt McQueen“.

Die Kosten für den Ausbau einer eigenen Cloud-Infrastruktur will Apple nach drei Jahren wieder eingenommen haben — auch weil dann die Nutzungskosten für die Angebote der Konkurrenten entfallen. Re/code berichtet, dass Apple langfristig komplett auf die eigene Plattform umsteigen werde. Wie VentureBeat beruft sich das üblicherweise gut unterrichtete Portal auf eigene Quellen.

Rund eine Milliarde US-Dollar soll Apple im vergangenen Jahr für die Nutzung der Amazon-Sever bezahlt haben. Bis zu 600 Millionen Dollar sollen für Googles Cloud Platform fällig sein.

Ein Zeitplan für Apples „Projekt McQueen“ ist nicht bekannt. Analyst Morgan Stanley erkannte Vorzeichen schon Anfang Februar: Drei neue Rechenzentren — weltweit betreibt der Hersteller damit sieben — stellen rund 40 Prozent der Kapazität dar, die Apple bei Amazon verwendet. Dass Apple innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate auf das Angebot der Konkurrenz — insbesondere AWS — verzichten will, werde damit immer wahrscheinlicher, hieß es in einer Notiz an Investoren.

 

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