Verbraucherschützer kritisieren iCloud-Vertrag

Julien Bremer 7

Der norwegische Verbraucherschutz hat Apple für seine umständliche und rechtswidrige Lizenz-Vereinbarungen für iCloud kritisiert. Experten der EU-Kommission sollen nun die Verträge genauer unter die Lupe nehmen.

Bereits gestern berichteten wir über rechtswidrige AGBs zahlreicher Streaming-Dienste. Der ein oder andere von euch hat da vielleicht auch an Apples, teilweise ziemlich verklausulierten, Bedingungen für iTunes oder die iCloud gedacht.

Letzteres hat sich der norwegische Verbraucherschutz genauer angeschaut. Zunächst hat dieser in einer Umfrage festgestellt, 40 Prozent der norwegischen Konsumenten nimmt Cloud-Dienste in Anspruch. Doch nur die Wenigsten davon lesen die Bedingungen vollständig oder verstehen sie gar in Gänze. Grund genug für die Verbraucherschützer, etwas tiefer ins Detail zu gehen.

Demnach kommen Apples Lizenz-Vereinbarungen für die iCloud besonders schlecht weg. Der über 8.600 Wörter starke Vertrag sei nur schwer verständlich und räumt dem Anwender sehr wenig Rechte ein, während sich das Unternehmen selbst starke und teilweise rechtswidrige Klauseln vorbehält. Besonders stark kritisieren die Verbraucherschützer, dass Apple den Vertrag jederzeit ändern darf, ohne den Nutzer in Kenntnis zu setzen. Dies verstoße auch gegen §22 des norwegischen Markting Acts.

Als nächstes soll eine Expertengruppe der EU-Kommission die Verträge der Cloud-Dienste untersuchen. Der Fall befindet sich noch in einem sehr frühem Stadium der Rechtssprechung. Doch sollten weitere Instanzen den iCloud-Vertrag ebenfalls als rechtswidrig anerkennen, könnten Apple neben Abmahnungen auch Strafzahlungen drohen. Doch dafür muss man zunächst den weiteren Verlauf des Falls in den nächsten Wochen und Monaten abwarten. Es ist genauso denkbar, dass Apple in seinen Bedingungen den Anwendern etwas mehr Recht einräumt und die Situation somit entschärft.

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Quelle: zdnet.com
Bild via shutterstock

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Julien Bremer
Julien Bremer, GIGA-Experte.

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