Warum Daten in der iCloud nicht so sicher sind wie auf dem iPhone

Florian Matthey 4

Wenn ein iPhone mit einem Passcode versehen ist, sind die Daten selbst vor Behörden sicher – wenn Apple nicht doch noch gezwungen wird, eine „Hintertür“ ins System einzubauen. Ganz anders ist dies allerdings, sobald Daten bei iCloud gespeichert sind.

Warum Daten in der iCloud nicht so sicher sind wie auf dem iPhone
Bildquelle: GIGA APPLE.

Der Fall des iPhone 5c des San-Bernardino-Terroristen, über den sich Apple mit dem FBI streitet, hat ein interessantes Detail: Das FBI konnte Daten, die der frühere Besitzer mit iCloud synchronisiert hatte, abrufen. Diese Daten waren allerdings zum Zeitpunkt des Anschlags schon sechs Wochen alt, so dass sich die Behörden den Zugriff auf aktuellere Daten wünschen – zumal sie meinen, dass es auch relevante Daten auf Smartphones gibt, die nicht in Cloud-Backups gespeichert werden.

Apple wirft dem FBI wiederum vor, sich den Zugriff auf neuere Daten dadurch selbst verwehrt zu haben, dass die Behörden das Apple-ID-Passwort nach Sicherstellung des iPhone geändert haben. Andernfalls hätten sie das iPhone einfach mit einem diesen bekannten Wi-Fi-Netzwerk verbinden und das nächste automatische Backup abwarten können.

So machst du dein iPhone FBI-sicher

Wie hat das FBI aber überhaupt Zugriff auf die iCloud-Daten des früheren Besitzers und sogar dessen Passwort bekommen? Walt Mossberg erklärt in einem Beitrag von The Verge, dass bei iCloud gespeicherte Daten einfach nicht so stark geschützt sind – weil Apple sie auch nicht für so schutzwürdig hält. Ein iPhone könne als physisches Objekt verloren gehen oder gestohlen werden; würde Apple hier eine „Hintertür“ im System vorsehen, könnten auch Unbefugte diese nutzen.

Den Zugriff auf iCloud-Daten will sich Apple aber alleine deswegen vorbehalten, um Personen, die ihr Passwort vergessen haben oder aus sonstigen Gründen nicht auf ihre eigenen Daten zugreifen können, helfen zu können. In Ausnahmefällen – wenn es eine entsprechende gerichtliche Anordnung gibt – nutze Apple diese Option auch, um Behörden bei Ermittlungen zu helfen, wie das Unternehmen Mossberg auf Nachfrage bestätigte. Dies ist allerdings nicht unüblich: Auch Dropbox und Google erklärten Mossberg, dass sie Zugriffsmöglichkeiten auf Cloud-Daten besitzen und diese in entsprechenden Fällen auch an Behörden weitergeben.

Wer seine Daten also wirklich vor allen Zugriffen sichern möchte, sollte von iCloud-Backups absehen und stattdessen mit iTunes Backups erstellen. Diese lassen sich ebenfalls verschlüsseln. Wie das geht, könnt ihr hier nachlesen.

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