Ex-Apple-Mitarbeiter: „iTunes Radio versagt wegen der Arroganz der Manager“

Julien Bremer 4

Der Grund, warum iTunes Radio kein bahnbrechender Erfolg wurde, liegt laut (ehemaligen) Apple-Mitarbeitern im verantwortlichen Management ihres Konzerns. Diese hatten angeblich keine Ahnung, was es mit der Konkurrenz von Spotify und Co. auf sich hat.

Wir berichteten in der Vergangenheit häufiger darüber, dass man bei Apple mit seiner iTunes-Plattform und dem dazugehörigen Streaming-Dienst iTunes Radio nicht besonders zufrieden sei. Wie Buzzfeed unter Berufung auf ehemalige und noch aktive Apple-Mitarbeiter berichtet, liegt die Ursache dafür an der Ignoranz und Arroganz der verantwortlichen Apple-Manager.

Diese hatten demnach nicht verstanden, was die Stärken der Musik-Streaming-Dienste von Spotify und Pandora waren. Ohne sich die Plattformen je näher angeschaut zu haben, dachten sie, es handelte sich dabei herkömmliche Radiodienste.

Apples Versuche, einen ähnlichen Service dazu ins Leben zu rufen, waren bislang nicht besonders erfolgreich. Bereits im Jahr 2010 kam mit iTunes Ping eine hauseigene Lösung. Als Steve Jobs den Dienst ankündigte, waren alle sehr neugierig, was Apples Musik-Netzwerk kann. „Doch in Wahrheit war Ping dafür gedacht, den Nutzer zum Kauf von Songs zu animieren, anstatt ihm die Möglichkeit zu geben, Playlists zu erstellen und sie zu teilen“, behauptet eine der Quellen. Demnach lag der Grund in Apples Scheitern daran, dass man schlicht nicht daran interessiert war, ein soziales Musiknetzwerk zu kreieren. Ping wurde 2012 wieder eingestampft.

Auch das Projekt iTunes Radio soll von ahnungslosen und nicht besonders weitsichtigen Managern geführt worden sein. „Pandora ist ein großartiger Dienst, der iTunes Radio in den Schatten stellt. iTunes Radio versagt wegen der Arroganz der Manager“, teilte ein ehemaliger Apple-Angestellter mit.

Die meisten Ingenieure, die an den Musikdiensten bei Apple arbeiten, nutzen Spotify und Pandora. Offiziell taten sie das, um den Dienst mit Apples Angebot zu vergleichen und sich Features abzugucken bzw. sie zu verbessern. Doch in Wahrheit nutzten sie die Plattformen, weil sie einfach besser waren, teilte eine der Quellen mit.

Dieser anhaltende Misserfolg und womöglich auch die fehlende Expertise im Management könnte Apple auch zu dem Beats-Deal bewegt haben. Denn mit der Übernahme des Kopfhörerherstellers macht sich Apple auch den Streaming-Dienst „Beats Music“ zu eigen. Dieser konnte nach vier Monaten immerhin schon 250.000 Nutzer verzeichnen. Apples Führungsebene soll beeindruckt von dem Service sein.

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