Netflix: Das wollen die Zuschauer sehen

Stefan Bubeck

Der Streamingdienst Netflix bietet neben zugekauften Filmen und Serien immer mehr Eigenproduktionen an. Dafür investiert das Unternehmen Milliarden. Eine Analyse der beliebtesten Inhalte der Plattform macht jetzt deutlich: Diese Strategie geht auf.

Netflix: Das wollen die Zuschauer sehen
Bildquelle: Netflix.

Wenn man Leute über Netflix reden hört, dann fallen irgendwann Titel wie Stranger Things, Narcos, Orange is the New Black oder Making a Murderer. Allen Sendungen gemeinsam ist, dass sie von Netflix selbst produziert werden.

Serien, die mehr kosten als so mancher Kinoblockbuster

Für die Serie „The Get Down“ gibt Netflix rund 16 Millionen Dollar aus – und zwar pro Folge. Gerade bei diesem Titel fließt extrem viel Geld in Lizenzgebühren für die Musik. Das Gesamtbudget für alle Netflix-Eigenproduktionen beläuft sich auf sagenhafte 6 Milliarden Dollar im Jahr 2016. Kommendes Jahr wird es wohl noch viel mehr sein.

Gleichzeitig wird das Gesamtangebot jedoch immer kleiner. Falls ihr schon längere Zeit Netflix Kunden seid, dann ist euch vielleicht aufgefallen, dass Filme irgendwann aus dem Portfolio verschwinden, ohne dass in entsprechender Anzahl neue Titel nachrücken. Seit 2012 beträgt der Einbruch der Titelanzahl sogar 50 Prozent, hat der Blog Exstreamist ermittelt. Ärgerlich für die Zuschauer – oder doch nicht?

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Nur noch kurze Zeit bei Netflix: Diese Filme und Serien fliegen aus dem Programm.

Zuschauerbewertungen: Netflix-Produktionen schlagen alles andere

Der Grund dafür, dass Netflix nicht quantitativ mit Fremdinhalten aufstockt, ist in den Userratings zu finden. „Better Call Saul“: 5 von 5 Sternen. „House of Cards“: 5 von 5 Sternen. BoJack Horseman: 5 von 5 Sternen. Narcos: … Netflix befindet sich damit, was die Beliebtheit angeht, auf Augenhöhe mit oscargekrönten Hollywoodblockbustern.

Schwarz auf Weiß belegen das nun auch Zahlen des Streaming-Blogs Allflicks:

Die Statistik liest sich so: Die Eigenproduktionen kommen auf ein durchschnittliches Rating von 3,85. Der zugekaufte Content – also alles, was nicht von Netflix selbst stammt aber auf Netflix läuft – kommt auf 3,47. Auch wenn man etwas genauer hinsieht und sich die Gattungen anschaut, bleibt der Tenor der Gleiche: Bei Unterhaltungsformaten und Dokumentationen (Durchschnitt 4,07!) schlägt Netflix den Rest deutlich.

Netflix wird seiner Strategie treu bleiben

Eine logische Schlussfolgerung wäre, noch stärker auf eigene Inhalte zu setzen – und genau das tut Netflix. Es gibt aber noch einen anderen Grund: Der Streaming-Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren verschärft. Es gibt ja auch Amazon Prime, Watchever, Maxdome, etc. Netflix konnte damals noch relativ günstig Produktionen auf dem Markt kaufen, mittlerweile sind die Preise durch die vielen Interessenten gestiegen. Irgendwann laufen die alten Rechte aus und der Film oder die Serie müssen raus.

Netflix könnte nun einen Haufen Geld in die Hand nehmen und wieder nachkaufen – oder das Budget lieber in eigene Inhalte stecken. Geht es nach dem Publikum, ist wohl klar, was zu tun ist.

Quellen: Allflicks, Exstreamist

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Trailer: Netflix-Serie  – The Get Down

The Get Down - Trailer.

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