PayPal-Käuferschutz gekippt: Das müsst ihr jetzt wissen

Simon Stich 9

Der Bundesgerichtshof hat ein wichtiges Urteil zum PayPal-Käuferschutz gefällt. Die Änderungen betreffen uns alle. Grund genug, der Sache mal nachzugehen. Was wird sich jetzt ändern?

PayPal-Käuferschutz gekippt: Das müsst ihr jetzt wissen
Bildquelle: PayPal.

PayPal: Bundesgerichtshof kippt Käuferschutz

Der Käuferschutz des Online-Bezahldienstes PayPal hat schon so manchen Nutzer vor zwielichtigen Geschäftemachern bewahrt. Wenn die Ware einfach nicht ankommt oder nicht so ist, wie sie in der Artikelbeschreibung angepriesen wurde, bekommt der Käufer die bereits gezahlte Summe wieder auf dem PayPal-Konto gutgeschrieben. Das zurückgebuchte Geld stammt dabei aber nicht von PayPal selbst – der Konzern holt es sich einfach direkt vom Verkäufer. Genau hier beginnt das Problem.

Jetzt hat das höchste deutsche Zivilgericht, der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, ein wichtiges Urteil gesprochen: Verkäufer, denen die Rechnungssumme über den PayPal-Käuferschutz abgebucht wurde, dürfen dagegen Klage einreichen. Die Richter sehen einen großen Unterschied darin, wie PayPal Käufer und Verkäufer behandelt. Das wird sich jetzt ändern. Die Vorsitzende Richterin Karin Milger fasst es so zusammen: „Der Verkäufer hat erst einmal den Schwarzen Peter.“

Das solltest du über PayPal wissen.

PayPal-Käuferschutz: Was wird sich jetzt ändern?

Die Richter haben eine Überbevorteilung der Käufer bemängelt. Auch das „Interesse des Verkäufers muss berücksichtigt werden“, heißt es. Bislang würde PayPal lediglich einen „vereinfachten Prüfungsmaßstab“ anlegen, das heißt nicht jeden einzelnen Fall konkret verhandeln.

PayPal selbst will nun erst mal auf die ausführliche Urteilsbegründung warten. Erst danach soll entschieden werden, ob der Käuferschutz angepasst werden muss. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen warnt, dass sich der Käuferschutz nun paradoxerweise gegen die Käufer richten könnte. Rechtsexpertin Heike Schulze zu dem Thema: „Leider ist es nach dem Urteil möglich, dass Verbrauchern auch nach einer Entscheidung ihres Käuferschutzprogramms noch Ärger drohen kann“.

Die Auswirkungen auf Käufer könnten so aussehen, dass Verkäufer in Zukunft bei Streitigkeiten häufiger den Weg über die Gerichte wählen. Der bisherige PayPal-Käuferschutz wird zwar nicht wegfallen, dürfte sich aber in nächster Zeit zum Nachteil der Käufer ändern. Passend dazu haben wir ein paar Alternativen zu PayPal in unserer Bilderstrecke zusammengetragen:

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5 Bilder
Die 5 besten PayPal-Alternativen in Stichpunkten.

Was denkt ihr über das Urteil des Bundesgerichtshofs? Nutzt ihr PayPal überhaupt, um online schnell etwas zu bezahlen? Falls ja, würdet ihr PayPal auch ohne den Käuferschutz benutzen? Schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare!

Quelle: Computer Bild

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