Nachdem bereits namhafte Streamer wie Gronkh und PietSmiet Post von der Landesmedienanstalt erhielten und zur Beantragung einer Rundfunklizenz aufgefordert wurden, hat es inzwischen weitere Streamer getroffen. Und offenbar nimmt die Landesmedienanstalt mittlerweile auch deutlich kleinere Anbieter ins Visier.

 

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Droht Livestreamern in Deutschland ein Ende? Bereits früher in diesem Jahr hatten namhafte Streamer wie Gronkh und PietSmiet Briefe von der Landesmedienanstalt erhalten, die den Erwerb einer Rundfunklizenz forderte. Dies hatte eine Debatte losgetreten, inwiefern sich Teilzeit-Streamer im Internet tatsächlich Regularien unterwerfen müssen, die ursprünglich für das klassische Fernsehen erdacht wurden. Und auch die Mehrheit der Landesmedienanstalten schien für eine Entschärfung der Rundfunklizenz für Streamer zu plädieren. Ein Grund zum Aufatmen für Streamer? Offenbar nicht.

Twitch Stream Summary Trailer

Denn wie die Webseite Gameswirtschaft berichtet, haben weitere deutsche Streamer nach einigen Monaten Ruhe nun ebenfalls Post von der Landesmedienanstalt NRW bekommen, darunter Shlorox und der Teilzeit-Streamer SlethZockt. Das ist insofern besorgniserregend, als das SlethZockt mit etwa 15.000 Followern und 500 zahlenden Abonnenten zu den deutlich kleineren Fischen in der Streaming-Landschaft gezählt werden darf. Dennoch: Aspekte wie „audio-visuelle Bewegtbildangebote“, eine zeitliche Regelmäßigkeit, redaktionelle Gestaltung und Reichweite von potenziell über 500 Zuschauern gelten offiziell als Gründe zur Einordnung eines Streaming-Angebots als Rundfunk.

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„Mich in eine Reihe zu stellen mit Gronkh, PietSmiet oder auch Shlorox, die sowohl von den Follower- als auch Zuschauer- und Abozahlen und damit auch letztlich vom finanziellen Umsatz in keinem Verhältnis zu mir stehen, ist der schiere Wahnsinn“, so wird der Betreiber von SlethZockt, Marcus Lottermoser, zitiert. „Damit wäre potentiell und theoretisch jeder deutsche Twitch-Partner ein mögliches Ziel der LfM, da für die Partnerschaft bei Twitch ja als Faustregel mehrere Streams pro Woche und 100 Zuschauer im Schnitt gefordert werden und damit ja meine Kennzahlen bereits in Schlagreichweite liegen.“

Bis Mitte Dezember hat Lottermoser offiziell Zeit, sich bei der Landesmedienanstalt NRW zu melden. Sollte er eine Rundfunklizenz beantragen wollen, würde ihn das Gebühren zwischen 1.000 und 10.000 Euro bescheren – die Beratung durch einen Anwalt wird ihn schon jetzt teuer zu stehen kommen.