Streamer belästigt Frauen auf Messe, wird von Twitch gebannt

Lisa Fleischer 5

In den letzten Wochen kamen mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung und physischen Gewalt gegen Streamer Gross Gore auf. Jetzt reagiert Twitch und bannt den Streamer für 30 Tage.

Ali „Gross Gore“ Larsen ist kein unbeschriebenes Blatt. 2016 bezeichnete der ehemalige League of Legend-Streamer, der das Spiel damals selbst aufgrund von an ihn und seine Tochter gerichtete toxischen Kommentaren verließ, laut Kotaku eine Streamerin als Schlampe. Kurz darauf stritt er sich laut Esport-News UK mit einigen Pro-Gamern um Frauen und verlor seine Discord-Partnerschaft, weil er wohl Spenden, die er für seine Mutter sammeln wollte, für sich selbst behielt. Damals versprach Gross Gore Besserung – die hielt offenbar bis zum diesjährigen RuneFest an, einer Convention zum MMO RuneScape.

Nach der Convention beschwerten sich gleich mehrere Besucher über das Verhalten von Gross Gore. So versuchte der Streamer offenbar, eine Besucherin gegen ihren Willen zu küssen. Außerdem sagte er wohl zu einer anderen Streamerin, sie und ihre Freundin sollen sich für ihn küssen, weil „Lesben heiß sind“. Und in einem Stream ist zu sehen, wie Gross Gore einer weiteren Streamerin auf Knien folgt.

Eine vierte Frau belästigte er wohl, indem er mehrmals Kommentare zu ihren Brüsten machte und auch andere dazu anhielt, Kommentare dazu abzugeben, berichtet Kotaku. Streamer Skiddler schritt ein, ihm nach zu urteilen wurde Gross Gore daraufhin lauter und beschimpfte ihn mit den Worten „Spielst du für diese dumme Bitch jetzt wirklich den Retter?“. Die Situation soll sich weiter verschärft haben, Skiddler ging zu Boden und wurde von Gross Gore und Freunden wiederholt getreten, so der Streamer in einem Statement. Später schritt die Polizei ein.

Konsequenzen von Twitch und RuneScape

Schon kurz nach dem RuneFest kündigte RuneScape-Entwickler Jagex an, sich von „einigen wenigen Content Creators“ getrennt zu haben, die in letztem Vorfall verwickelt waren, spezifische Namen nannte das Unternehmen nicht. „Wir tolerieren kein unangebrachtes oder angreifendes Verhalten in jeglicher Form. Zwar waren unsere Geschäftsbeziehungen mit einigen dieser Personen sowieso nur limitiert, trotzdem werden wir in Zukunft davon absehen, mit ihnen zusammenzuarbeiten sowie zu kommenden Events einzuladen.“

Du fragst dich gerade, was RuneScape überhaupt ist? Im Trailer wird es dir erklärt.

Runescape -Trailer.

Anschließend gab Gross Gore in einem Stream bekannt, er werde in Zukunft nicht mehr am RuneFest teilnehmen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass er unter den Content Creators ist, mit denen RuneScape-Entwickler Jagex nicht mehr zusammenarbeiten möchte.

Auch Twitch selbst, deren Partner Gross Gore ist, zog Konsequenzen aus seinem Verhalten, schreibt Kotaku in einem weiterführenden Artikel. Zum wiederholten Mal ist Gross Gore für 30 Tage gesperrt, außerdem wurde er von der diesjährigen TwitchCon ausgeladen. Zudem wurde ihm untersagt, in der Zwischenzeit auf YouTube zu streamen, denn das würde gegen seine Vertragsauflagen verstoßen.

Gross Gore verteidigt sich

Gross Gore hat sich nicht nehmen lassen, die Ereignisse zu kommentieren. Er dementiert, sich gegenüber Skiddler aggressiv verhalten zu haben. Skiddler hätte ihn provoziert und den ersten Schlag ausgeteilt, er hätte sich nur verteidigt. In Bezug auf das Video, in dem er einer anderen Streamerin auf Knien folgt, entschuldigt er sich, hatte diese ihn doch wegen Belästigung bei Twitch gemeldet. „Ich entschuldige mich bei der Streamerin und alle, die sich belästigt gefühlt haben.“

Noch mehr Streamer-Aktionen zum Fremdschämen gefällig? Schon 2017 gab es einige handfeste Skandale.

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Die größten Skandale 2017 von YouTubern und Streamern.

Anders sieht es in Hinblick auf die Frau aus, die er mehrmals auf ihre Brüste ansprach. Zwar bezeichnet er sein Verhalten als „unangemessen“, erwähnt aber, dass sie selbst auch Schuld daran gehabt hätte – durch ihr Erscheinungsbild. „Diese Frau hat ein sehr, sehr, sehr freizügiges Top angehabt. Das ist okay, wir leben in 2018. Du kannst tragen, was immer du möchtest. Aber Menschen müssen verstehen, dass wenn du so etwas freizügiges trägst, dass Leute das auch kommentieren werden. Das ist das Leben.“ Er zieht für sich die Konsequenz, auf Veranstaltungen gar nicht mehr mit Frauen reden zu wollen.

Was hältst du von dem Verhalten von Gross Gore? Und vor allem von seiner Konsequenz, nun gar nicht mehr mit Frauen reden zu wollen? Scrolle nach unten und teile uns deine Meinung in einem Kommentar mit.

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