Twitch geht aktiv gegen Hatespeech vor, weiterer Streamer gebannt (Update)

André Linken

Twitch setzt seit kurzem die eigenen Verhaltensregeln konsequent durch und bestraft Fehlverhalten mit Sperren. Dabei machen sie auch bei bekannteren Streamern keine Ausnahmen. Das bekamen auch m0E und Destiny zu spüren.

A Look Inside Working At Twitch.

Update vom 4. Juli 2018:

Nachdem bekannt geworden ist, dass Streamer m0E für 30 Tage von Twitch gebannt wurde, wurde dasselbe Schicksal jetzt auch Steven „Destiny“ Bonell II zuteil. Er hatte sowohl die Beleidigung „faggot“ benutzt als auch gemeint, Kubaner sollten erschossen werden, versuchen sie, auf dem Seeweg in die USA zu gelangen, berichtet PC Gamer.

Damit verstößt Destiny gleich doppelt gegen die neuen Regeln von Twitch. Darin ist zu lesen: „Wir unterstützen Twitch-Nutzer, die vielfältige oder unpopuläre Meinungen ausdrücken oder diese auf eine humoristische oder kontroverse Art verbreiten, doch macht eure Intention klar. Wir tolerieren kein Verhalten, dass Hass oder Belästigungen fördert oder duldet. Ignoranz gilt nicht als Entschuldigung für jegliches Verhalten, dass zu Hass oder Belästigung führt.“

Darauf, dass zumindest Destinys zweite Äußerung nicht ganz ernst gemeint sein könnte, deutet hin, dass Destiny selbst kubanische Wurzeln hat. Dies ist aus dem Video alleine jedoch nicht ersichtlich. Sein Fall zeigt, wie streng Twitch inzwischen die eigenen Regeln durchsetzt. Dem Unternehmen wird offenbar zunehmend wichtiger, dass sich Streamer auf der Plattform über ihre Verantwortung für die eigenen Inhalte bewusst sind. Auch wenn sie mit ihrer Politik sicherlich einige Streamer verlieren werden, schafft Twitch auf lange Sicht eine offenere und positivere Umgebung für Nutzer wie auch Streamer. Destiny hingegen kündigte bereits an, zumindest „politische Sachen“ nur noch beim Konkurrenten YouTube anzubieten.

Originale Meldung vom 2. Juli 2018, 15:54 Uhr:

Mohamad „m0E“ Assad ist für seine Live-Streams bekannt, bei denen er unter anderem solche Shooter wie Counter-Strike: Global Offensive und Fortnite spielt. Zuvor war er ein professioneller Counter-Strike-Spieler und konnte auf diese Weise einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen. Doch das schützt ihn nicht vor Strafen.

Wie aus einem aktuellen Bericht von Dexerto hervorgeht, verwendete Assad vor kurzem während eines Live-Streams wiederholt den Begriff „Schwuchtel“ („faggot“). Einigen Zuschauern stieß diese homophobe Äußerung allem Anschein nach extrem sauer auf und meldeten den Vorfall bei Twitch.

Nach einer Überprüfung folgte eine Sperre des Twitch-Accounts von Assad auf unbestimmte Zeit. Letzterer sah zwar ein, dass dieses Wort nicht sonderlich schicklich sei und er es nicht mehr verwenden wolle. Allerdings verwies er darauf, dass er seinen Kanal mit einer entsprechenden Zuschauerbeschränkung versehen habe und die Strafe alles andere als fair empfinde.

Im Video fragt Assad andere Mitspieler, ob sie finden, dass das Wort „faggot“ ein böses Wort sei. Die Reaktion darauf hätte ihm den Schaverhalt jedoch deutlich machen können.

Das waren im Jahr 2017 die größten Skandale von Streamern und YouTubern.

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Die größten Skandale 2017 von YouTubern und Streamern

Mehrere Twitch-Streamer für 24 Stunden gesperrt

Mittlerweile hat sich wohl herausgestellt, dass Assad „nur“ für 30 Tage gebannt wurde. Dennoch empfindet er die Strafe keinesfalls als fair. Wie siehst du diesen Fall? Sollten Ausdrücke dieser Art zu einer Sperre führen oder nicht?

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